‚Neue Landschaft‘

Bilder von Elfi Wiese im Königin-Christinen-Haus

Heute am Sonntag den 7.3.2021 hätte eigentlich die Ausstellung eröffnet werden sollen. Das geht noch nicht! Trotz der Einschränkungen wurde die Ausstellung jetzt aber gehängt. Und da sie noch einige Zeit dauert besteht auch die Hoffnung die Eröffnung nachzuholen. 

 

Ich-Entwicklung Begleiten & Maßstab Mensch

Origen3

Ideales Autorenbildnis des Origenes in einer Handschrift von In Numeros homilia XXVII aus Kloster Schäftlarn, München, Bayerische Staatsbibliothek, clm (codex latinus monacensis) 17092, fol. 130v (ca. 1160) (Man sieht den Zusammenhang von Schreiben und Lebensdrachen R.W.)

In unserem letzten Zoom Treffen am 6. Februar hatten wir erfreulicherweise neue Teilnehmer und ein interessantes Thema, welches sich aus der notwendigen Vorstellungsrunde ergab. Wobei die Teilnehmer jetzt alle dem Arbeits-Zusammenhang ‚Maßstab Mensch‘ angehören, sprich es sind Menschen, die auf Höfen andere Menschen im Leben und Arbeiten begleiten, oder damit in irgendeiner Weise zu tun haben. Da sich dieser Zusammenhang aber über ganz Niedersachsen erstreckt, kennen sich nicht alle Teilnehmer.  Wir haben damit, ganz anfänglich, einen Forschungszusammenhang, der konkret und doch in freier Weise mit einem Lebenszusammenhang sozialer Arbeit in Resonanz ist. Ein solches Milieu zu bilden ist schon immer die Intention des Umkreis e.V. gewesen. Martina Rasch nennt dies dann gerne eine ‚sozial wirksame Menschenkunde‘. Wobei es, wenn man einen solchen Resonanzraum von Leben und Forschung bildet, sogar möglich ist bestimmte Wirkungen wahrzunehmen, die sonst eher untergehen. Hintergrund unseres Gespräches, dass man hier nicht in seinen konkreten äußeren Inhalten wiedergeben kann, weil diese dann doch vertraulich sind, war eine ganz bestimmte Schicht des Bewirkens und Erlebens, die einem das Gefühl gibt ‚traumartig‘ unterwegs zu sein. Diese traumartige Wirklichkeit vermittelt einem das Gefühl bei vollem Ich-Bewusstsein  i m  Leben  sich zu bewegen. Normalerweise bewegt man sich ja in sich selbst und steht dem Leben wie gegenüber, oder man taucht ins Leben unter und gerät in seinen Sog. In der Regel ist dann die eigene Wirksamkeit gar nicht so eindeutig, es gibt ein mehr äußeres Arbeiten am Leben/Schicksal und eine mehr verdeckte innere Wirkung, die man gar nicht mitbekommt. Das heißt Bewusstsein und Leben bleiben doch irgendwie getrennt.

Weiterlesen

Eislicht und Eisform

Wümmeniederung in Hellwege 12.02.2021

Fotos: Roland Wiese

IMGP6925 (2)IMGP6932IMGP6944IMGP6946

Immer wenn ich mich näher mit Glas beschäftigt habe, vor allem mit farbigem Glas war ich danach glücklich. Glas macht mich glücklich. Selbst wenn es nur ein Film über die Werkstatt ist, die farbige Kirchengläser herstellt und restauriert. Auch die Eislichtformen an der Wümme, die wir vorgestern durch Zufall entdeckten, haben eine solche Wirkung. Man ist sofort glücklich. Hat es etwas damit zu tun, dass in Glas und in Eis Licht und Durchsichtigkeit aufgehoben sind? Weiterlesen

Die sieben freien Künste

Der folgende Beitrag geht der Frage nach welche Funktion ‚Wissenschaft und Kunst‘ für die menschliche Entwicklung einmal gehabt haben und welcher Aufgabe sie sich heute wieder stellen müssten, wenn sie menschlich bleiben wollen. Gleichzeitig wirft der Beitrag einen Blick auf die  Marburger Forschungen von Arbogast Schmitt und Kolleg*innen zur antiken Erkenntnistheorie. Der erste Teil stützt sich auf einen Beitrag von Ilsetraut Hadot aus dem Band ‚Philosophie im Umbruch‘ , in dem Beiträge einer Tagung von 2002 versammelt sind. Thema war der Bruch mit dem Aristotelismus im Hellenismus und im späten Mittelalter. Es werden in verschiedenen Beiträgen die Bruchstellen deutlich gemacht, die zwischen stoischen und aristotelischen Konzepten bestehen, obwohl sie teilweise mit ähnlichen Begriffen operieren. Der zweite Teil nimmt eine Dissertation von Gyburg Radke aus dem Jahre 2000 als Grundlage: Die Theorie der Zahl im Platonismus. Gyburg Radke hat für dieses Buch den Leibniz-Preis bekommen. Eine sehr gründliche Studie über die ‚Zahlen‘ und ihre grundlegende Begrifflichkeit. 

1

Die sieben freien Künste und die sieben freien Wissenschaften

„Musik ist die Lehre von den Proportionen, (und zwar) von denjenigen, die man in den Tönen findet“ – so definiert Cassiodor (485-580) Musik. Mit einer solchen Definition wird das, was in den sieben freien Künsten (artes) oder den sieben freien Wissenschaften (disciplines) als Musik verstanden wird auf die hörbare Musik reduziert. Ilsetraut Hadot kennzeichnet dies als die Abtrennung der Musik von ihren kosmischen Bezügen. Boethius hatte in seiner Abhandlung die Musik noch als „die Lehre von den Proportionen, und zwar nicht nur in der hörbaren Musik, sondern ganz allgemein, wie in der Sternenwelt (das ist die musica mundana) so auch im Menschen (das ist die musica humana) und in den Musikinstrumenten“ umfassend charakterisiert. Martin Klinkenberg hat in seinem Aufsatz Der Verfall des Quadriviums im frühen Mittelalter, den Hadot zitiert, aufgezeigt „Wie unter Beibehaltung der getreu nachgebildeten Formeln die geistige Grundlage des neuplatonischen Zyklus zu schwinden beginnt.“ Auch bei einem anderen Neuplatoniker dieser Zeit, Isidor, sogar Leiter der philosophischen Schule in Athen, ist Musik nur noch „die Lehre von der in Gesang und Instrumentenspiel bestehenden Modulation.“ (…) Damit ist entscheidendes geschehen folgert Klinkenberg: „Da die Musik nicht mehr allgemeine Proportionenlehre im kosmologischen Sinne ist, verliert das Quadrivium als Ganzes den Anschluss an die Kosmologie.“

Weiterlesen

Psychologische und mentale Geografie

https://dasgoetheanum.com/psychologische-und-mentale-geografie/

unter diesem Titel hat Sinclair Thiersch in der ‚wochenschrift‘ in dieser Woche an meinen Beitrag ‚American Geography‘ angeknüpft. Amanda Gorman, die junge Dichterin, die bei Joe Bidens Inauguration ihr Gedicht vortrug, fragt: „Where can we find light in this never ending shade?“ und sie schließt mit der Antwort, das wir selbst dieses Licht sind!

Roland Wiese 22.1.2021

Das Jahr 2020 – Rückschau und Ausblick

Das Jahr geht langsam zu Ende. In diesem Jahr habe ich mich in den letzten Abenden und Nächten ,wenn wir durch das Dorf gegangen sind, über die unterschiedlichen, teils absurden Illuminationen meiner Nachbarn gefreut, ja mich teilweise seelisch daran gewärmt. Das hätte mir einmal jemand vor einem Jahr prophezeien sollen. Vielleicht sagt diese Tatsache etwas über den Verlauf dieses Jahres und die damit verbundene Entwicklung aus. Dieser Blog hat in diesem Jahr nicht so viele Beiträge veröffentlicht, wie im Jahr zuvor: 28. Themen waren viel Kunst! (Elfi Wiese, Louise Nevelson, Michael Kolod, Matt Black usw.), die DELOS Forschungsstelle mit Seminaren und neuem Anfang. (Der Aufruf oder Anruf an den Umkreis der Forschungsstelle hat erfreulicher Weise eine sehr große inhaltliche und finanzielle Resonanz gezeitigt). Ich-Entwicklung Begleiten und Maßstab Mensch; Markus Gabriel und andere Bücher, und die Frage nach der Berührung, insbesondere in der Therapie (hier der Zusammenhang mit Albrecht Kaiser und der Osteopathie, der in diesen Zeiten mit Berührungen vielen Menschen real helfen kann!). Ich bin dankbar für die inhaltlichen und menschlichen ‚Berührungen‘ aus meinem näheren und ferneren peripheren Ich. Ich bin auch dankbar für die vielen Besucher dieses Blogs (es waren in diesem Jahr genau so viele wie im letzten Jahr (bis heute 1834 Besucher*innen). Von den 4900 Aufrufen waren 3500 aus Deutschland, aber eben auch 360 aus der Schweiz, 290 aus den Niederlanden, 227 aus den USA, 214 aus China, 80 aus Österreich um nur die häufigsten der 35 Länder zu nennen. Ich kenne ja nicht die Motive der Aufrufenden, aber man erreicht mit diesem Medium doch Menschen in vielen unterschiedlichen Ländern (selbst mit einer doch recht anspruchsvollen Thematik und viel Text in deutscher Sprache). Ich weiß auch nicht wie viel Menschen wirklich lesen, aber auch die Kommentare und Likes haben sich positiv entwickelt. Mir macht die Arbeit an diesem Blog viel Freude, weil sie sich ganz natürlich mit den Themen meines Lebens verbindet und sehr unkompliziert ermöglicht meine Gedanken- und Schicksalswege zu teilen. In diesem Sinne bin ich neugierig auf das was das neue Jahr an Entwicklungen bringt und freue mich auf die weitere Arbeit an diesem Blog!

Roland Wiese, Weihnachten 2020

‚Maßstab Mensch‘: eine Fachstelle für freie Sozialarbeit

Das Jahr 2020 geht zu Ende und der Rückblick ist stark geprägt durch die alles beherrschende Situation mit der Corona Pandemie. Man könnte beinahe die Entwicklungen übersehen, die wir in diesem Jahr mit der Fachstelle Maßstab Mensch hatten. Im März diesen Jahres endete die Förderung durch die Aktion Mensch, die 4 Jahre lang den Start des Projektes ermöglicht hatte. Das bedeutete die Fachstelle musste jetzt ökonomisch auf eigenen Beinen stehen und die Arbeit musste sich aus den Erträgen der einzelnen Beratungen, Vermittlungen und Begleitungen finanzieren. Und am Ende des Jahres können wir festhalten, dass die Fachstelle ihr erstes ‚freies Jahr‘ nicht nur gut überstanden hat, sondern stetig gewachsen ist und sich entwickelt hat. Die Fachstelle selbst ist nun mit Martina Rasch besetzt. (Träger ist die Umkreis-Entwicklungsgemeinschaften gGmbH). In der Fachstelle Ost in Rosche im Raum Uelzen sind mit Kathrin von Kamen und Gabriele Arndt zwei Menschen in der Beratung, Vermittlung und konkreten Begleitung tätig. Und auch die Zusammenarbeit mit Christian Hardemann im Raum Syke/Diepholz hat sich weiterentwickelt. Parallel zur Entwicklung der Fachstelle ist auch die gemeinsame Forschungsarbeit am Thema Ich-Entwicklung weitergegangen. In der Corona-Zeit haben wir uns per Zoom ausgetauscht zum Thema ‚Ich-Entwicklung begleiten.‘ Zur Arbeit von Martina Rasch gehören nicht nur die Einzelfallberatung und die konkrete Realisierung der Vermittlungen vor Ort und mit den Behörden, im Rahmen der Fachstelle werden auch weiterhin Einrichtungen beraten, und Höfe mit dem Thema vertraut gemacht. Dies hat sich auch erweitert auf die Beteiligung an Workshops mit der Hochschule in Witzenhausen (Thomas van Elsen), in denen Studenten und Projektinteressierte gemeinsam an der Umsetzung von Projektideen arbeiten. (Angehängt habe ich einen Beitrag vom März 2020 von mir und eine Beschreibung der Fachstelle von 2018 von Martina Rasch).

von links: Martina Rasch, Kathrin von Kamen, Christian Hardemann, Reiner von Kamen in der Fachstelle Horstedt

http://www.fachstelle-massstab-mensch.de Weiterlesen