Ein weiteres Resümee und Ausblick

Martina

Hier nun ein weiteres Resümee von Martina Rasch und ein Ausblick über die geplante Weiterarbeit im Juni.

7.4.2018

 

Was ist Ich-Entwicklung?

von Martina Rasch
Mit der Intention Fortbildungsangebote für Menschen in sozialen Berufen auf Grundlage der Psychologie des Ich zu entwickeln und anzubieten, haben wir Anfang 2018 mit der Seminarreihe: Was ist Ich- Entwicklung? einen Anfang gemacht. Diesen nun zu vertiefen, mit den eigenen, angeregten Fragen zu verbinden und auf die berufliche Praxis zu beziehen, wird unser weiteres Augenmerk sein.
Die Frage nach Ich- Entwicklung ist zuerst einmal immer persönlich, in der sozialen Arbeit wird sie jedoch auch beruflich relevant. Denn die eigene Berufsentwicklung besteht nicht nur in der Aneignung von Erkenntnissen und Kompetenzen, sondern ist immer auch mit persönlicher Entwicklung, mit Selbstentwicklung verbunden. Gerade Letzteres kommt im beruflichen Alltag jedoch immer mehr ins Hintertreffen. Und dabei sind es insbesondere die tatsächlich vollzogenen Selbstentwicklungserfahrungen, die als Ich- Resonanz in der Begleitung von Menschen produktiv wirksam werden, auch wenn sie bisher als solche nicht untersucht werden.
Die derzeitige soziale Praxis ist von einer starken Verobjektivierung der Individualität durch Nutzung von Klassifizierungen wie dem ICD, dem ICF, aber auch der Hilfeplaninstrumente zur Erfassung und Bemessung von Krankheit, Leid und Behinderung geprägt, mit der Folge, dass sich auf diese Weise verallgemeinerte und vereinheitlichte Mensch sich selbst gegenüber immer stärker entfremdet. Aber auch die soziale Praxis verallgemeinert, verobjektiviert und entmenschlicht sich immer mehr, mit Folgen, die noch gar nicht wirklich in den Blick genommen werden. Ohne einen lebendigen Begriff von Ich- Entwicklung, wie wir ihn mit unserer Forschungsfrage veranlagen, wird sich dies weiter zuspitzen.
An die bisherige Ausgangsfrage „Was ist Ich- Entwicklung?“ lassen sich nächste Fragehorizonte anschließen und mit ihr weiter in Berührung halten:
 Wie kann eine Psychologie des Ich für die eigene soziale Arbeit wirksam werden (Ich- gemäße Hilfen)?
 Wie werde ich für die eigene Ich- Entwicklung wahrnehmungs- und bewusstseinsfähig?
 Wie werde ich wirksam für mich selbst (Selbstentwicklung)?
 Wie werde ich sensibel, wahrnehmungsfähig und wirksam für Ich- Entwicklungen des Menschen, den ich begleite (sozial- wirksame Hilfen)?
 Wie unterstütze ich den Menschen, den ich begleite, in seiner Selbst- Wirksamkeit (Empowerment)?
Wir werden die begonnene Arbeit im Juni 2018 fortsetzen. Um mit der eigenen Ich- Entwicklung und Ich- Wirksamkeit in der beruflichen Tätigkeit in Berührung zu kommen, werden wir diesmal, die eigene berufliche Praxis stärker zum Ausgangspunkt der gemeinsamen Arbeit machen und an eigenen Praxisbeispielen die menschenkundlichen Fragehorizonte weiter vertiefen und erfahrbar machen wollen.

 

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