Neue Landschaft – im Radio

Morgen am 11.5. um 19.00 wird in der Sendung Kulturspiegel im NDR 1 Niedersachsen ein Bericht über die Ausstellung in Zeven Niedersachsen gesendet. Elfi Wiese wurde von Maren Momsen interviewt.

Die Ausstellung wird wegen der Einschränkungen bis 1. August verlängert. Öffnungszeiten und aktuelle Lage auf der Seite des Museums. Galerie im Königin Christinen Haus.

Roland Wiese 10.5.21

Zusammenhänge im Geistselbst

Ich-Entwicklung Begleiten,  24. April 2021

Holz

Der folgende Beitrag ist kein Protokoll des letzten Zoom-Treffens in unserer Forschungs- und Arbeitsgruppe ‚Ich-Entwicklung Begleiten‘. Es ist mehr ein Versuch Begriffe aus dem Leben heraus zu gewinnen, die in der Lage sind mit diesem Leben umzugehen. Insofern bildet unser Treffen den realen Hintergrund für den folgenden Beitrag, er kann aber vielleicht, und deshalb wird er hier veröffentlicht, über diese Gruppe hinaus, die Perspektive auf die aktuelle Lage erweitern und vertiefen. Es ist scheint nicht zufällig zu sein, dass ich aktuell immer wieder mit der Zeit der neunziger Jahre inhaltlich und persönlich zu tun bekomme. In den neunziger Jahren, also kurz vor der Wende ins 21. Jahrhundert, waren schon einige Entwicklungen angelegt, geistig und existentiell, die jetzt erst symptomatisch virulent werden. Es kann  aufschlussreich sein sich diese Linien mit dem heutigen Bewusstsein zu vergegenwärtigen. 

 

„Das therapeutische Prinzip des menschlichen Ich ist das Geistselbst“ (W.U. Klünker in Konturen 9, 1998, S. 109)


Es sind keine einfachen Zeiten für das Ich. (Das wird immer wieder deutlich, wenn wir uns zu einem Zoom-Gespräch treffen und uns über die Lage der Einzelnen austauschen) Es ist schwierig sich in einer Situation individuell zu orientieren, wenn alle anderen aktuellen Formatierungen eher allgemeine, für alle Menschen zutreffende sein sollen und teilweise auch sind. Allgemeines wirkt auf Individuelles und Allgemeines soll dem Individuellen helfen. Es entsteht eine sehr große, kaum auszuhaltende Spannung für das individuelle Ich gegenüber der allgemeinen Gesellschaft. Auch Gruppen und Gemeinschaften haben es in dieser Situation nicht einfach – alle mesosozialen Zusammenhänge, Gruppen und Gemeinschaften werden zum Zerreißen angespannt zwischen den Positionen der Einzelnen und der Position der allgemeinen Umgebung. Man könnte es auch als Zerreißprobe erleben zwischen Subjektivität und Objektivität. Es fehlt eine Haltung und auch ein Denken, das in der Lage ist mit diesen Wirklichkeitsschichten, mit denen wir es zu tun haben, adäquat umzugehen. Unser Umgang damit reduziert sich im Kern auf eine technische, und damit eine äußerliche Praxis, die versucht das sich zeigende Geschehen unter Kontrolle zu bekommen. Aber alle technischen und pragmatischen Praxen sind notwendigerweise nicht individuell und auch schwer in die eigene Individualität zu integrieren. Sie erscheinen wie ein notwendiges äußeres Geschehen, zu dem aber keine innere seelische Verbindung herzustellen ist. Es bleibt ein merkwürdig zweidimensionales Prozess Geschehen ohne innere Tiefe. Die innere Tiefe dagegen vollzieht sich in den existentiellen subjektiven Prozessen. Hier bleibt das Individuum mit sich allein, ausgesetzt dem allgemeinen Geschehen. Alle Ansätze zu solidarischem Miteinander in einer solchen existentiellen Lage lassen sich nur schwer halten und befestigen.

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Karma

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Vor ziemlich genau 40 Jahren im April 1981 stieg ich in ein Auto mit obiger junger Frau am Steuer. Ich war bewaffnet mit einer Video-Kamera und die junge Frau war aktiv in einer Initiative gegen Wohnungsnot (ändern sich die Zeiten wirklich?) in Leverkusen. Sie gehörte u.a. zu einer Fotogruppe, die leerstehende Häuser fotografiert hatte. In der Fußgängerzone von Leverkusen-Wiesdorf wurde mit Hilfe einer kleinen Zeltstadt auf das Thema Wohnungsnot und auf die gleichzeitig leerstehenden Häuser hingewiesen. Natürlich war die Aktion nicht ordnungsgemäß angemeldet und so kam die Polizei und wollte die Aktion beenden. Die junge Frau bot der Polizei an zum Ordnungsamt zu fahren und eine Genehmigung zu holen – damit war schon mal Zeit gewonnen. Ich fuhr mit, um das Geschehen zu dokumentieren. Wir kannten uns nicht, obwohl wir jahrelang zum gleichen Gymnasium gegangen waren.

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Einige Tage später wurde dann von einer größeren Gruppe ein Haus besetzt, die Niederfeldstraße 8. Kurz zuvor hatte die Firma Bayer ein Haus, das eigentlich besetzt werden sollte kurzerhand abgerissen.

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Atmung und Denken

Rose 4
Rose 4 (Lochkamera-Foto, Ramona Rehn)

Liebe Interessierte und Freunde der Delos-Forschungsstelle,

nach unserem Oster-Rundbrief möchten wir Sie an dieser Stelle nun ausführlicher informieren über unser nächstes Online-Seminar* am Sa./So., 1./2. Mai 2021, von Sa. 14 Uhr – So. 15 Uhr:

Atmung und Denken

Existentiell-geistige Grenzerfahrungen

Ich-Gefühl und Organismus

Die seelische Spannung nimmt zu: dem Erleben von Einsamkeit und Aussichtslosigkeit steht ein neuer Entwicklungsraum für das Ich gegenüber. Therapiebedürftig ist jeder; die Corona-Realität zeigt die Anfälligkeit des einzelnen und der Gemeinschaft: geistig, seelisch und leiblich. 

Früher hieß es: „Die Heilung kommt aus der Atmung.“ Heute wird immer mehr deutlich, dass die Atmung selbst geheilt werden muss. Das ist letztlich nur aus dem individuellen Denken möglich – und damit durch die Anknüpfung an die eigene ursprüngliche Lebensintention. Sie wirkt als Form- und Lebenskraft im leiblichen und seelischen Organismus. Das Leben des Leibes und der Seele sind nur aus ihr verständlich. Mit dem Ich kann ich hier über eine neue Gefühlsbildung bewusste Aufbauarbeit leisten.

Das Ich erlebt sich dann bewusst im Berührungspunkt von Atmung und Denken. Hier setzen die neue Psychologie und Therapie an.

Die Erfahrungen aus unseren Online-Veranstaltungen haben in überraschender Weise gezeigt, dass sich auch auf dieser Ebene menschliche Berührung und inhaltliche Qualität verbinden können. Die technischen Voraussetzungen für das Zoom-Meeting sind wirklich problemlos, auch für auf diesem Gebiet Ungeübte.

Die Anmeldung zum Seminar wird verbindlich, wenn der Kostenbeitrag von 65 Euro auf das Delos-Konto (s.u.)  überwiesen wurde; Sie erhalten dann eine Bestätigung von uns. Weitere Informationen  – auch der Link – folgen kurz vor Veranstaltungsbeginn.

Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit und grüßen Sie herzlich,

Wolf-Ulrich Klünker und Ramona Rehn

* bisher unter dem Titel „Psychologie der Grenzerfahrung“ 

Delos-Forschungsstelle

Bankverbindung: Postbank Berlin

IBAN: DE81 1001 0010 0010 2291 02

Delos-Online-Seminar, 1._2. Mai 2021

Ausschreibung LbA-Stelle

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Foto: Alanus Hochschule

Die Stellenausschreibung ist noch einmal verlängert worden. 

Liebe Freunde der Delos-Forschungsstelle,

im Anhang finden Sie eine Stellen-Ausschreibung für eine Lehrkraft für besondere Aufgaben (LbA) an der Alanus Hochschule. Durch die Stelle sollen Lehre und Forschung zu anthroposophischen Grundlagen und zur anthroposophischen Menschenkunde an der Alanus Hochschule verstärkt werden, insbesondere auch durch Kooperation mit der Professur von Wolf-Ulrich Klünker.

Wir möchten Sie bitten, die Ausschreibung an geeignete Verteiler und Einzelpersonen weiterzuleiten.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und herzliche Grüße,
Wolf-Ulrich Klünker

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Die Welt der Täuschungen und die imaginative Welt

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Zwei historische Fundstücke, eins von 1911 von Carl Unger und eins von 1991 von Wolf-Ulrich Klünker, haben mich inspiriert dieses Thema zu bearbeiten. Ich habe sie einfach mit hineingenommen in meinen Zusammenhang. Es ist gewissermaßen ein Re-Mix. Es zeigt, wie einerseits ein historischer Abstand besteht zwischen heute und damals und wie andererseits auch das Damals im Heute zu finden ist. Außerdem wirft es einmal einen ganz anderen Blick auf die aktuelle Situation, als er in der allgemeinen Diskussion üblich ist.  

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Das erste hier zitierte Fundstück entstammt einem Vortrag von 1911. Carl Unger hat diesen Vortrag unter dem Titel ‚Prüfungen des Denkens, Fühlens und Wollens‘ in München gehalten. Anlass war vermutlich die Aufführung der Mysteriendramen dort. Unger beginnt mit der Schilderung der damaligen Zeitstimmung und geht dann mit Hilfe einiger Zitate aus dem Drama ‚Die Pforte der Einweihung‘ auf die besondere Situation von Menschen ein, die sich auf den Weg machen vom normalen Alltagsbewusstsein in eine „Welt des Geistes“ einzutreten. Diese Menschen müssen, um vom normalen irdischen Denken in die Welt des Geistes zu gelangen, durch eine Welt der Täuschungen hindurch. In dieser Welt der Täuschungen ist die Orientierung nicht mehr so ohne weiteres gegeben. Wer den Text aus seiner zeittypischen sprachlichen Verpackung befreit, kann den Eindruck haben, was damals noch die besondere Situation einer ‚Einweihung‘ in die ‚Welt des Geistes‘ war, ist heute schon das normale Alltagsleben geworden. Das ist psychologisch deshalb interessant, weil wir aber meist mit den Methoden eines normalen irdischen Bewusstseins versuchen dieser Wirklichkeit gerecht zu werden.

„Halten wir in unserer Zeit Umschau, so können wir eine Erscheinung antreffen, die uns wohl wie eine Prüfung des Denkens anmuten kann. Es gab kaum eine Zeit in der Menschheitsgeschichte, in der es so wenig Halt und Sicherheit für die Grundfragen des Lebens vorhanden war, wie die jetzige. Alle Formen der Weltanschauung sind durchsetzt von Unsicherheit, und der Ausdruck dafür ist der Zweifel in allen seinen Erscheinungen. Gewiß ist der Zweifel in der Menschheitsgeschichte eine bekannte Erscheinung, doch nie wurde der Zweifel so weit getrieben wie heute.

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Oster-Rundschreiben der DELOS Forschungsstelle

Foto Ramona
Foto: Ramona Rehn

Ramona Rehn hat heute ein Rundschreiben an den Verteiler der DELOS-Forschungsstelle versandt, das ich auch in meinem Blog veröffentliche:

„Liebe Freunde der DELOS-Forschungsstelle,
wir möchten Sie mit den besten Wünschen für die Osterzeit grüßen und Ihnen einen Zwischenbericht aus unserer Arbeit zukommen lassen.“

DELOS Oster-Rundschreiben, 21-04-03 

„Als kleine „Ostergabe“ möchten wir Ihnen einen kurzen Text Wolf-Ulrich Klünkers aus dem Jahr 1991 beilegen; Roland Wiese hat ihn kürzlich „wiederentdeckt“. Es handelt sich um das Vorwort zum zweiten Band der Zeitschrift „Konturen“. Interessanterweise werden hier wie in einer Art Intentionsbildung viele Themen angesprochen, die dann in den folgenden Jahren in der DELOS-Forschungsstelle erarbeitet wurden – diese Perspektive ist erst heute, nach 30 Jahren, möglich!

Text Konturen

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Foto: Ramonas Rehn

Spirituelle Psychologie

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In unserem Buch ‚Psychologie des Ich‘ , das hoffentlich bald eine zweite Auflage bekommt, es ist schon länger nicht mehr zu bekommen, habe ich in meinem Beitrag ‚Weltbezug des Ich‘ die Frage bearbeitet „welche Grundlagen für eine Psychologie des Ich im Heilpädagogischen Kurs zu finden sind und welche therapeutischen Dimensionen über die Heilpädagogik hinaus aus den Anregungen Steiners zu gewinnen sind“ (S.38) Wolf Ulrich Klünker schreibt in seinem Beitrag ‚Wissenschaft des Ich‘  im letzten Kapitel ‚Psychologie und Zukunft‘ : Die neue Wissenschaft des Ich müsste ihrem Gegenstand angemessen sein, d.h. es würde sich um eine Psychologie handeln, die selber Ich-Kraft entstehen lässt. Damit ist die Deskription gegebener seelischer Situation überwunden; die Begriffe der Psychologie selbst können eine ich-hafte Formkraft generieren, für das Seelenleben, für die Biografie und schließlich auch für Gesundung des Leibes. So würde die Psychologie selbst bereits in ihren menschenkundlichen Grundlagen eine therapeutische Kraft entwickeln, jenseits ihrer „Anwendung“. “ (S. 176) Ich habe ‚zufällig‘ heute bei der Suche nach einer bestimmten Stelle in einem Buch von Alfred Kon eine Notiz des Heilpädagogen Franz Löffler gefunden, die ein Vorschein von 1924 auf diese Intention unserer Arbeit ist. Als ich im Heilpädagogischen Kurs mehr eine allgemeine menschliche Psychologie entdeckte, als ’nur‘ eine ‚Heilpädagogik‘ hatte ich das merkwürdige Gefühl etwas aus einer gewissen ‚Engführung‘ oder sogar einer Besitznahme (für die heilpädagogische Bewegung) zu befreien. Die Notiz von Löffler bestätigt jetzt nachträglich dieses Gefühl! Vielleicht ein Beispiel für Ich-Wissenschaft…

Roland Wiese,  Gründonnerstag 2021

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Ich als Wahrnehmungsorgan

Zweig

„Das Ich ist nicht ein innerhalb des Leibes verortbarer, finstrer Punkt – eben ein Atom –, der als von der Welt getrennt betrachtet werden soll. Das Ich ist im Gegenteil eine unverortbare Mitte aus unerschöpflicher geistiger Wärme, die augenblicklich eine unendliche Sphäre aus geistigem Lichte gebiert, in dem sich andere Wesen durch die Begegnung mit seiner Wärme und mit seinem Licht frei und stimmig offenbaren können.“

Welche Fähigkeiten hat das Ich, die es ihm ermöglichen, ein Instrument der Wissenschaft zu sein?

In der aktuellen Ausgabe der Wochenschrift  Das Goetheanum (Ausgabe 13 /2021) hat Salvatore Lavecchia seine Forschungen zum Ich skizziert. Er schreibt dort, dass er in der antiken und auch späteren Philosophie im „Urgrund aller Bewusstseins- und Seinsformen“ das urbildhafte Selbst/Ich finden konnte, also ein makrokosmisches Ur-Ich als geistige Wärme- und Lichtquelle. Ihm fehlte aber bisher der mikrokosmische Partner des großen Ich-Dialogs. „Wo finde ich im mikrokosmischen, irdischen Ich die gleiche urbildhafte dialogische Gebärde, die im Horizont von Platon und Plotin das makrokosmische Ur-Selbst/Ich charakterisiert? Diese Frage beschäftigte mich jahrelang.“ Er findet einen grundlegenden Ansatz in den  Untersuchungen Rudolf Steiners zur Wahrnehmung im Fragment  ‚Anthroposophie‘ (1910). 

„Durch diese Frage geführt, begegnete ich vor einigen Jahren dem bis dahin vernachlässigten Anfang einer unvollendeten Betrachtung Steiners zu Hören und Sprechen: Der Typus, das heißt das Urbild, die Idee eines Wahrnehmungsorgans hängt mit der Fähigkeit zusammen, in sich das Bild eines gleichen fremden Ich gegenwärtig machen zu können. Urbild aller unserer Sinnesorgane und -tätigkeiten ist demzufolge das wahrnehmende Ich, das in der Begegnung mit einem anderen Ich in sich eben das Bild jenes Ich vergegenwärtigen kann. Dies bedeutet, dass alle, auch die elementarsten Begegnungen mit der Welt, die sich durch die Sinneswahrnehmung ereignen, als Annäherungen zur Wahrnehmungsqualität vertieft werden sollten, die in der Begegnung zwischen Ichwesen offenbar wird. Diese Qualität hat wiederum nichts mit einer Selbstbehauptung des wahrnehmenden Ich zu tun, sondern mit seiner Fähigkeit, die autonome Offenbarung des anderen Ich uneingeschränkt zu ermöglichen und zu empfangen. Diese Fähigkeit impliziert jedoch gerade jene urdialogische Gebärde, jenes urdialogische Bild des irdischen Ich, das ich suchte! Sie widerspricht nämlich der atomistischen Ich-Vorstellung und klingt mit dem Bild einer Mitte/Sphäre aus geistiger Wärme und geistigem Lichte zusammen, das mir durch die Forschungen im Gebiet der antiken Philosophie begegnete. Hiermit handelt es sich also nicht darum, Steiners Aussage zum Typus des Wahrnehmungsorgans als Glaubensinhalt passiv zu betrachten, sondern als Forschungsfrage, als Anregung zu einer neuartigen, aussichtsreichen Vertiefung des Sinnesorganismus schöpferisch wahrzunehmen, zu verstehen, zu prüfen.“

Wir haben hier in unserem Forschungszusammenhang diese Frage des Ich in der Wahrnehmung oder auch die Sinne des Ich ebenfalls mit Hilfe des Fragments untersucht. Insofern ist es interessant, das S. Lavecchia hier auf ähnlichem Wege unterwegs ist. Für uns ist dabei von Interesse, wie sich die Sinne in Richtung auf das Ich  und mit dem Ich weiterentwickeln, so z.B. die Frage, was wird aus dem Tastsinn, wenn er immer mehr zur Empfindung für Zukünftiges in der Gegenwart wird? S. Lavecchia stellt mit Recht die Frage, was für eine Wissenschaft sich daraus entwickeln müsste, wenn „das Wirken des Ich als Typus eines Wahrnehmungsorgans ernst“ genommen würde „und als Substanz der eigenen Methode in der Begegnung mit allen Dimensionen der Wirklichkeit erleben würde. Diese Wissenschaft würde demzufolge eine Umkehrung der Perspektive im Verhältnis zur üblicherweise anerkannten Wissenschaft bedeuten, und Gesetzmäßigkeit wäre hier nicht Standardisierung  oder Algorithmisierung, sondern Geburtshilfe für das Einmalige, das Plötzliche, das Schöpferische.“ 

https://dasgoetheanum.com/ich-als-methode/

Roland Wiese, Ostern 2021