Wir suchen …

Die GESO gGmbH, eine Tochter des Umkreis e.V. (und anderer Gesellschafter) sucht einen initiativen Menschen für die Verstärkung der Geschäftsleitung. (http://www.geso-hilfen.de )

GESO sucht: Geschäftsleitung (m/w/d)

in Vollzeit oder Teilzeit (mind. 30 Std./Woche)

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„Das derzeit Mögliche….“

Bilder von Elfi Wiese

„Neues und neu Gesehenes….

große und kleine Bilder an einem schönen Ort“

Neben Ihren immer wieder neu entstehenden Ausdrucksweisen und Möglichkeiten, 

zeichnet sich ihre Malerei auch durch die verwendeten Substanzen/ Farben aus. 

Schauend und suchend in der Natur, sammelt Elfi Wiese die Substanzen 

für die von ihr selbst hergestellten Farben, 

aus den verschiedenen Landschaften, die ihr im Leben begegnen.

Öffnungszeiten:

Samstag 17. Mai 11.00 – 17.00 Uhr

Sonntag 18.Mai 11.00 – 17.00 Uhr

Genießen Sie die Bilder und das schöne Ambiente bei

Kaffee & Kuchen in Haus und Hof.

Über Euren Besuch würden wir uns sehr freuen!

Wir grüßen ganz herzlich,

Birgit &Sinclair Thiersch

Birgit & Sinclair Thiersch Eickedorferstr-31 28879 Grasberg 04208/895097 (birgit.thiersch@gmx.de)

Entwicklung von Ich zu Ich

Foto: R.Wiese, Brücke in Verden an der Aller

Wenn man von einer Entwicklungsbeziehung zwischen einem Ich in einem vorherigen Leben und einem Ich heute ausgeht, wäre eine solche Beziehung zwischen Ich und Ich deshalb interessant, weil sich in der Relation zwischen diesen beiden Menschen zeigen würde, wie radikal durch den Tod Entwicklung möglich wird. So radikal, dass diese beiden Menschen auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Gleichzeitig ist der eine Mensch die Entwicklungsvoraussetzung für den anderen Menschen. Alleine einen solchen Zusammenhang zwischen zwei verschiedenen Menschen zu denken erfordert eine enorme Kraft. Die Frage mit welchem Ich eine solche Entwicklungsbeziehung besteht ersetzt sinnvollerweise die eher unsinnige Frage, wer ich einmal war in einem anderen Leben, denn das war ja ein anderes Ich.

Die Entwicklungsbeziehung ist noch in anderer Weise interessant und fruchtbar. Sie könnte dem Menschen aus dem früheren Leben durch den Bezug auf den heutigen Menschen eine ganz neue Dimension seiner Existenz hinzufügen. Denn im Sinne einer retroaktiven Betrachtung würde durch den aktuellen Menschen der vorherige ganz anders dastehen, als ohne eine solche Beziehung. Dadurch würde aber die frühere Existenz nicht aufgehoben oder kurzschlüssig mit einer aktuellen Existenz zusammengeschlossen. Beide Menschen bleiben in ihrer Form bestehen, nur die Entwicklungsdimension verbindet sie. Fragen nach solchen Entwicklungszusammenhängen machen so betrachtet nur Sinn, wenn sie von der Zukunft aus die Vergangenheit neu dimensionieren.

Dabei ist die Beziehung zwischen Ich und Ich im engeren Sinn nur der Spezialfall. Solche Bezüge lassen sich auch ausdehnen auf den Zusammenhang mit anderen Menschen. Meine Entwicklung stellt auch ihr Schicksal in ein anderes Licht. So würde sich die Geschichte mit den Menschen vorwärts und rückwärts entwickeln, also aus der Zukunft in die Vergangenheit hinein. Man könnte insofern (frei mit Hegel) formulieren: Nicht wir lernen aus der Geschichte, sondern die Geschichte lernt von uns. Dies gilt positiv wie negativ.

Roland Wiese, Ostern 2025

(Der Begriff der Retroaktivität ist mir bei Daniel Martin Feige begegnet, in seinem Buch ‚Die Natur des Menschen, Eine dialektische Anthropologie, 2022)

Foto: R. Wiese, Brücke alt und Brücke neu in Verden an der Aller

Wer bleibt

Wenn man weiß, dass man bleibt, muss man sich nicht so viele Gedanken darüber machen, was von einem bleibt. Man kann sich dafür mehr Gedanken darüber machen, wer bleibt.

Peter Kruckenberg (5.3.1939 – 2.1.2025)

Am 2. Januar ist Peter Kruckenberg gestorben. Er war als Chefarzt in Bremen einer der maßgeblichen Planer und Realisierer der Psychiatriereform. Ich habe von 1988-1999 in Bremen-Ost die ambulante Arbeit (Betreutes Wohnen) als Mitarbeiter beim ASB mit aufgebaut, habe diese Reform also in ihrer Wirklichkeit an der Basis erleben können.

Als ich letzten Sonntag (12.1.25) auf der Autobahn in Richtung Lüneburg fuhr, musste ich, als wir durch die Landschaft um Lüneburg herum fuhren, an Peter Kruckenberg denken. Peter Kruckenberg ist am 2. Januar 2025 gestorben. Am Tag vor meiner Fahrt hatte mir Martina Rasch die Todesanzeigen aus der Zeitung geschickt und ein Interview mit Hiltrud und Peter Kruckenberg (YouTube von 2021?). In dem Interview erzählt Peter Kruckenberg, dass er eigentlich in Niedersachsen im Landeskrankenhaus Lüneburg tätig war und dann 1980 nach Bremen ‚abgeworben‘ wurde. Dort wurde er Chefarzt der Psychiatrie in Bremen-Ost und später auch ärztlicher Direktor der Klinik. Zusammen mit seiner Frau Hiltrud gehört er zu den maßgeblichen Reformern der Psychiatrie. In Bremen hatte er mit dem ersten Modellprogramm zur Psychiatriereform die Möglichkeit, ein vollständiges System zur Unterstützung der Menschen mit seelischer Erkrankung aufzubauen. Gleichzeitig konnte die Langzeitpsychiatrie ‚Kloster Blankenburg‘ aufgelöst werden. Man kann sich, wenn man das so sachlich niederschreibt, gar nicht mehr vorstellen, welche heftigen Kämpfe um diese Reform in Deutschland geführt wurden. Einzelne Bundesländer scherten ganz aus der Reform aus, Franz-Josef Strauss warnte vor der Freilassung der Psychiatriepatienten (Zustand vollständiger gesellschaftlicher Anomie) (vgl. Reumschüssel-Wienert, Christian (2021). 4.3 Die 1980er-Jahre der Psychiatrie: Modelle und Diskurs. In: Christian Reumschüssel-Wienert (Eds.), Psychiatriereform in der Bundesrepublik Deutschland (126-143). Bielefeld: transcript Verlag. https://doi.org/10.14361/9783839458136-012). Aber auch bei den Reformern gab es unterschiedlichste Vorstellungen davon, wie eine neue Psychiatrie aussehen sollte und heftige Kämpfe um den richtigen Weg.  

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2024 Statistik

In diesem Jahr haben 3115 Menschen diese Seite aufgerufen. Dieser Blog hatte 6885 Aufrufe. Damit waren es etwas mehr Besucher und etwas weniger Aufrufe als im letzten Jahr. Das zeigt mir, dass dieser Blog genutzt wird und dass es Sinn macht ihn weiterzuführen. Im letzten Jahr habe ich ihn auch etwas nutzerfreundlicher gestaltet und die Bibliothek eingerichtet. Außerdem eine Suchfunktion und längere Aufsätze in den entsprechenden Rubriken zugänglich gemacht (teils auch als PDF abrufbar). Ich hatte auch im Oktober einen Shop eingerichtet um mein Buch zu vertreiben, das hat auch gut funktioniert. Leider musste ich das Buch erst einmal aus dem Verkauf nehmen und es noch einmal gründlich überarbeiten. Aber vom Prinzip her hat der Shop funktioniert und ist sofort genutzt worden.

Es freut mich, dass der Blog genutzt wird. Das motiviert mich ihn auch nächstes Jahr weiterzuführen und zu füllen! Vielen Dank!

Roland Wiese 31.12.24

Thomas von Aquin – Untersuchungen über die Seele

Ein weiteres längeres Zitat zum Tastsinn aus dem neu erschienenen Band ‚Untersuchungen über die Seele‘ von Thomas von Aquin. Erstmals ins Deutsche übersetzt und bei Meiner erschienern.

Zum Tastsinn

„Wenn es nun aber auch mehrere Sinne gibt, so ist gleichwohl einer die Basis der anderen, nämlich der Tastsinn, in dem die ganze sensitive Natur grundlegend besteht. Daher heißt es im 2. Buch von Aristoteles’ Schrift Über die Seele, daß man etwas zuerst wegen dieses Sinnes ›Lebewesen‹ nennt. Daher kommt es, daß, wenn dieser Sinn, wie es im Traum geschieht, unbeweglich ist, auch alle anderen Sinne unveränderlich werden. Und außerdem: Alle anderen Sinne werden nicht nur von der zu großen Stärke der spezifischen Wahrnehmungen aufgehoben, wie das Gesicht von sehr hellen Eindrücken und das Gehör von sehr lauten, vielmehr auch von der Übermacht der Tasteindrücke, wie von starker Hitze oder Kälte. Wenn also der Körper, mit dem die vernünftige Seele vereint wird, für die sensitive Natur bestens geeignet sein muß, ist es notwendig, daß das Organ des Tastsinnes im höchsten Maße angemessen ist. Deshalb heißt es im 2. Buch von Aristoteles’ Schrift Über die Seele, daß wir von allen Lebewesen bei diesem Sinn größere Genauigkeit haben und daß auch wegen der Qualität dieses Sinnes ein Mensch gegenüber einem anderen für die geistigen Tätigkeiten besser geeignet ist.“

S. 109

Der Tastsinn wird hier von Thomas, wie bei Aristoteles auch, noch umfassend verstanden. („Der hier erstmals vollständig ins Deutsche übersetzte Text umfaßt 21 Fragen, die Thomas, so weiß man seit der kritischen Edition in der Editio Leonina 1996, in der neueingerichteten Ordenshochschule Santa Sabina in Rom 1266/67 disputiert und schriftlich gefaßt hat. Der Kommentar zu Aristoteles’ De anima, mit dem Thomas seine Aristoteles-Kommentierung40 eröffnet, ist zwischen Ende 1267 und Sommer 1268 zu lokalisieren.41 Dieses Jahrzehnt ist dasjenige, in dem Wilhelm von Moerbeke erstmals seine intensive Übersetzertätigkeit entfaltet hat. Im Zuge dieser Bemühungen ist beispielsweise auch noch die De-anima-Paraphrase des Themistius42 (4. Jh.) im Lateinischen zugänglich geworden.“ Aus dem Nachwort)

Thomas von Aquin: Über die Seele

Im Meiner Verlag ist vor kurzem die Übersetzung eines Textes von Thomas von Aquin erschienen, in dem Thomas sich mit der Seele des Menschen beschäftigt. Der Originaltitel ist ‚Untersuchungen über die Seele‘ (Questiones disputatae de anima). Seine Untersuchungen stützt er wesentlich und sehr explizit auf ‚de anima‘ , also ‚Über die Seele‘ von Aristoteles. Einige Hundert Seiten feinste Denkbewegungen zum Thema menschliche Seele! Interessanterweise gibt es einen zweiten Text dazu: Über die Geistgeschöpfe.

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Liebe und Beziehung und Lebensverlängerung und Unsterblichkeit

Am Montag war ich wieder zu Gast in der Alanus-Hochschule. In der Vorlesung ‚Liebe und Beziehung‘ habe ich über ‚Mein Ich‘, also über das Thema ‚Ich-Entwicklung‘ sprechen können. Ein voller Raum (beim letzten Mal, war die Veranstaltung hybrid, da waren mehr Menschen im Zoom) und dichte 90 Minuten. Aber man merkt auch, dass ein so elementares Thema, wissenschaftlich und persönlich, heute in keiner Weise behandelt wird. Es wirkt doch erst einmal sehr fremd. Umso schöner ist, es, dass es an dieser Hochschule Vorlesungen und Themen wie diese gibt. Ich habe den Eindruck, dass das ein wichtiges Fundament sowohl für die Persönlichkeits-Entwicklung wie für die wissenschaftliche Arbeit sein kann!

Im Seminar ‚Lebensverlängerung und Unsterblichkeit‘ habe ich über den Übergangsbereich des Sterbens gesprochen. Ich war noch sehr beeindruckt von den Supervisionen in der Woche zuvor, in denen es auch um das Thema Beendigung des Lebens, sprich Sterbehilfe oder auch selbstbestimmtes Sterben ging. Die anderthalb Stunden waren sehr intensiv und brachten auch kontroverse Ansichten zu Tage! Auch dieser doch so grundlegende Lebensbereich müsste viel intensiver angeschaut und diskutiert werden.

Vielen Dank an die Studentinnen und Studenten, dass sie mich, der ich ja nicht hauptberuflich unterrichte, so freundlich und engagiert angenommen haben. Vielen Dank auch an Charline Fleischhauer für die Unterstützung!

29.10.2024

Ich-Entwicklung erforschen und begleiten

Umkreis-Wiese in Horstedt

Unsere kleine Gruppe (12 Menschen) arbeitet seit ca. 2018 zusammen an der Frage der Ich-Entwicklung. Die Teilnehmenden sind Menschen aus sozialen und pflegerischen  Berufen, die alle ihre beruflichen Erfahrungen mit in die Arbeit einbringen. Für die gemeinsame Arbeit ist es wichtig, dass es eine langjährige Kontinuität der Forschungszusammenarbeit gibt, aber ebenfalls, dass eine langjährige Zusammenarbeit in der sozialen Arbeit mit einzelnen Menschen existiert (Man könnte sagen, dass ist eine durchgängige Figur der Arbeit im ‚Umkreis e.V.‘).

In unsere gestrigen (12.10.24) Arbeit haben wir uns mit der biografischen Entwicklung von ‚Empfindung‘ beschäftigt. Hintergrund war eine konkrete Situation in meiner Arbeit als Supervisor. Ich hatte mit einer Gruppe (in der ambulanten Hospizarbeit) die Fragestellung, entzündet an einer konkreten Begleitung, was eigentlich der ‚Sinn‘ sein könnte von dem doch schmerzhaften Verlust vieler Fähigkeiten im Alter. Hier ging es um den Verlust von Sinnesfähigkeiten, aber auch kognitiven Fähigkeiten usw. Ist der Prozess des Alterns ein rein negativer, defizitärer Prozess? Also verliert man nur, oder gewinnt man auch? Wir sind in unseren Supervisionsgespräche sehr tastend und völlig offen, also ohne eine fertige Antwort unterwegs gewesen. Und dieses Tasten und Suchen im Dunkeln war nicht einfach. Entsprechend war der Nachklang der Sitzung auch in mir weitergehend fragend.

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