Liebe und Beziehung und Lebensverlängerung und Unsterblichkeit

Am Montag war ich wieder zu Gast in der Alanus-Hochschule. In der Vorlesung ‚Liebe und Beziehung‘ habe ich über ‚Mein Ich‘, also über das Thema ‚Ich-Entwicklung‘ sprechen können. Ein voller Raum (beim letzten Mal, war die Veranstaltung hybrid, da waren mehr Menschen im Zoom) und dichte 90 Minuten. Aber man merkt auch, dass ein so elementares Thema, wissenschaftlich und persönlich, heute in keiner Weise behandelt wird. Es wirkt doch erst einmal sehr fremd. Umso schöner ist, es, dass es an dieser Hochschule Vorlesungen und Themen wie diese gibt. Ich habe den Eindruck, dass das ein wichtiges Fundament sowohl für die Persönlichkeits-Entwicklung wie für die wissenschaftliche Arbeit sein kann!

Im Seminar ‚Lebensverlängerung und Unsterblichkeit‘ habe ich über den Übergangsbereich des Sterbens gesprochen. Ich war noch sehr beeindruckt von den Supervisionen in der Woche zuvor, in denen es auch um das Thema Beendigung des Lebens, sprich Sterbehilfe oder auch selbstbestimmtes Sterben ging. Die anderthalb Stunden waren sehr intensiv und brachten auch kontroverse Ansichten zu Tage! Auch dieser doch so grundlegende Lebensbereich müsste viel intensiver angeschaut und diskutiert werden.

Vielen Dank an die Studentinnen und Studenten, dass sie mich, der ich ja nicht hauptberuflich unterrichte, so freundlich und engagiert angenommen haben. Vielen Dank auch an Charline Fleischhauer für die Unterstützung!

29.10.2024

Ich-Entwicklung erforschen und begleiten

Umkreis-Wiese in Horstedt

Unsere kleine Gruppe (12 Menschen) arbeitet seit ca. 2018 zusammen an der Frage der Ich-Entwicklung. Die Teilnehmenden sind Menschen aus sozialen und pflegerischen  Berufen, die alle ihre beruflichen Erfahrungen mit in die Arbeit einbringen. Für die gemeinsame Arbeit ist es wichtig, dass es eine langjährige Kontinuität der Forschungszusammenarbeit gibt, aber ebenfalls, dass eine langjährige Zusammenarbeit in der sozialen Arbeit mit einzelnen Menschen existiert (Man könnte sagen, dass ist eine durchgängige Figur der Arbeit im ‚Umkreis e.V.‘).

In unsere gestrigen (12.10.24) Arbeit haben wir uns mit der biografischen Entwicklung von ‚Empfindung‘ beschäftigt. Hintergrund war eine konkrete Situation in meiner Arbeit als Supervisor. Ich hatte mit einer Gruppe (in der ambulanten Hospizarbeit) die Fragestellung, entzündet an einer konkreten Begleitung, was eigentlich der ‚Sinn‘ sein könnte von dem doch schmerzhaften Verlust vieler Fähigkeiten im Alter. Hier ging es um den Verlust von Sinnesfähigkeiten, aber auch kognitiven Fähigkeiten usw. Ist der Prozess des Alterns ein rein negativer, defizitärer Prozess? Also verliert man nur, oder gewinnt man auch? Wir sind in unseren Supervisionsgespräche sehr tastend und völlig offen, also ohne eine fertige Antwort unterwegs gewesen. Und dieses Tasten und Suchen im Dunkeln war nicht einfach. Entsprechend war der Nachklang der Sitzung auch in mir weitergehend fragend.

Weiterlesen

Neuerscheinung: Beiträge zu Rudolf Steiners Heilpädagogischem Kurs

Im Sommer 2024 ist der Heilpädagogische Kurs Rudolf Steiners 100 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass wurde auch eine überarbeitete Neuauflage des HpK selbst herausgegeben, mit einem ausführlichen historischen Teil zu Geschichte und Entwicklung des Heilpädagogischen Kurses und der Heilpädagogik.

Am 20.9.2024 erscheint nun im Athena-Verlag  ein Kommentarband zum Heilpädagogischen Kurs mit einem Beitrag von Wolf-Ulrich Klünker. Sein Beitrag trägt den Titel: „Das Geistige in der sinnlichen Erscheinung. Zur lebenskonstituierenden Kraft des Denkens.“

Weiterlesen

Geistige, seelische und körperliche Grundlagen der menschlichen Entwicklung

Das Ich aufzubauen, braucht Grenzzustände und Angst

Online-Seminar

Sa , 28. September 2024 24
Es gibt körperliche, seelische, geistige und zwischenmenschliche Grenzerlebnisse. Neben Krankheit, Leiden und Trennung wirken oft auch geistige Grenzen schicksalhaft. In gewisser Hinsicht kann sogar gelten, dass alle existenziellen Probleme geistige Ursachen haben. Sie entstehen an Grenzen, die darauf warten, überschritten zu werden.

Mit Prof. Dr. Dr. Wolf-Ulrich Klünker, Prof. für Philosophie und Erkenntnisgrundlagen der Anthroposophie/Alanus Hochschule Alfter und Ramona Rehn, Delos Forschungsstelle, Alanus-Hochschule, Eichwalde, 0172 2632 930

Zeiten jeweils Sa, 11:00 – 17:00 Kosten für je 7 UStd. 80 €, bei Buchung aller drei Teile insgesamt: 200 €, Ermäßigung auf Anfrage. Ort online

Veranstalter: Seminar für Waldorfpädagogik Köln, info@fbw-rheinland.de
Tel.: 0221 94 14 930  Bürozeiten: Mo. – Fr. 10:00 – 14:00 Uhr (außer Di)

Weiteres Seminar in der Reihe

Wege zum Verständnis des gleichnamigen Buches von Prof. Dr. Dr. Wolf-Ulrich Klünker
„Die Empfindung des Schicksals. Biografie und Karma im 21. Jahrhundert“
Sa , 07. Dezember 2024

Ich in Dir – Du in mir. Zur Entstehung von Entwicklungsräumen in einer zwischenmenschlichen Beziehung.

Eine sehr gute Beschreibung von Charline Fleischhauer (Studentin Alanus und Mitarbeiterin Delos) über eine Begleitung einer 99 jährigen Frau. Habe ich heute auf der Seite der Delos-Forschungsstelle veröffentlicht. Ich in Dir – Du in mir. Zur Entstehung von Entwicklungsräumen in einer zwischenmenschlichen Beziehung. – Delos (delos-forschungsstelle.de)

Roland Wiese, 11.9.2001

Alles zeigt sich neu IV im Kunstraum Eigenart

Was zeigt sich da eigentlich wirklich  in dieser Ausstellung? Es zeigen sich 20 Jahre! 20 Jahre Arbeit(en) von Elfi Wiese, aber auch 20 Jahre Arbeit/Entwicklung von Anja Schlesselmann, die vor ungefähr 20 Jahren 2004 ihr Praktikum, während ihres Studiums der Kunsttherapie/Kunst in Ottersberg, bei Elfi Wiese im Atelier Quab absolvierte. Das war auch ungefähr die Zeit, in der Elfi Wiese erste Ausstellungen ihrer Bilder in der Volksbank in Zeven usw. hatte. Die eine hat inzwischen das Atelier im Quab in neue Hände übergeben und malt und stellt aus, die andere  hat jetzt seit einigen Jahren ihren eigenen Kunstraum, Eigenart eben, in Bremervörde. Dort finden viele verschiedene Angebote für Kinder und Erwachsene statt. Und auch Ausstellungen. Und die Ausstellung mit Elfi schließt auch irgendwie einen Kreis für beide. Alles zeigt sich neu und doch im Zusammenhang und in Entwicklung! RW

Der Eigenart Kunstraum ist ein Projekt des TANDEM – Teilhabe gestalten e.V. in Bremervörde und ist angegliedert an die Bremervörder Beschäftigungsgesellschaft, ein Zuverdienstprojekt der GESO.

Alles zeigt sich neu IV

Ausstellung Elfi Wiese im Eigenart in Bremervörde

Die nächste Ausstellung ist vom 12.Juli bis 22. August  2024 im EIGENART Kunstraum des Tandem e.V. im Rahmen des Bremervörder Kultursommers: “Alles zeigt sich neu IV”

“Frühere und aktuelle Bilder begegnen sich und uns im Eigenart Kunstraum. Sie bilden jetzt einen neuen Zusammenhang, in dem wir sie wieder neu sehen können.” ew

Ich-Entwicklung begleiten Juni 2024

Umkreis-Wiese nach dem Sensen

Am Samstag (8.6.) hatten wir nach langer Zeit wieder ein Treffen, nahezu vollzählig, mit der Gruppe, die jetzt seit einigen Jahren gemeinsam an dem Thema Ich-Entwicklung arbeitet. In unserem (programmfreien) offenen Gespräch zeigten sich verschiedene Entwicklungen, die von den einzelnen Menschen ausgegangen sind. So berichtete eine Teilnehmerin von einer Gruppe von Menschen, die sich (um sie) auf einem Friedhof in Bremen gebildet hat. Alle haben einen nahen Angehörigen, meist ein Kind, verloren. Die Gruppe hat jetzt einen eigenen Raum auf dem Friedhof, wo sie sich treffen können und austauschen. Interessant daran erscheint mir die völlig freie Entwicklung dieser Gruppe (ohne Vorbild oder Konzept), bei gleichzeitiger Nähe zur eigenen existentiellen Schicksalsebene. Wie aus einer Grenzsituation, wie dem Verlieren eines Kindes, eine völlig neue Beziehungsentwicklung hervorgeht. Aber auch andere Entwicklungen, wie der neue Kulturraum von Birgit und Sinclair Thiersch in Eickedorf, zeigen eine solche Signatur. Eine freie und konsequente Orientierung an eigenen Intentionen.

Kulturraum Eickedorfer Hof

Wir haben dann auch inhaltlich noch einmal die Perspektive aus dem Buch ‚Von Seelenrätseln‘ (R.Steiner) angeschaut. Die Kluft, die dort geschildert wird zwischen der inhaltlichen Willens- oder Handlungsseite und ihrer damit in keiner Weise identischen Stoffwechselseite. Diese Perspektive wird gerade heute immer wichtiger, weil sie ein Licht in viele Probleme oder Krankheitslagen werfen kann. Wie wirkt sich eine Kränkung oder Stauung im Intentionsbereich auf den Organismus, sprich den Stoffwechsel aus.

Im Weiteren habe ich auch mein Buch ‚Die Entwicklung des Ich‘ inhaltlich vorgestellt und von meiner Absicht berichtet, es mit dem Umkreis (als ‚edition umkreis‘) herauszubringen, also keinen der bekannten Verlage anzufragen. Ein ‚Ich-Buch‘ sollte vielleicht auch auf die Anregungen setzen, die es in den einzelnen Menschen hervorbringen kann…

Roland Wiese, 12.6.2024

4 Tage Alfter

Alanus Hochschule, der Blick von Campus 1 auf die Tiefebene

Von Freitag bis Montag war ich nach längerer Zeit mal wieder in Alfter bzw. an der Alanus-Hochschule. Zum einen fand am Wochenende ein Blockseminar von Wolf-Ulrich Klünker und Ramona Rehn statt. Das Thema war: „Der Mensch als Tier – Der Mensch als Engel – der Mensch als Mensch“. Ich hatte dort Sonntag einen kleinen Beitrag zum Thema „Sterben – Übergänge“.

Zum anderen war ich als ‚Gastdozent‘ am Montag in der Psychologie-Vorlesung und habe dort über „Seelische Grenzerfahrungen und Ich-Entwicklung“ gesprochen. Genauer über die Psychiatrie-Entwicklung im 20. Jahrhundert – Psychiatriereform I – und die kopernikanische Wende im 21. Jahrhunderts mit der Recovery-Bewegung und der Genesungsbegleitung durch Psychiatrie-Erfahrene. (Siehe auch den Beitrag in diesem Blog Transformation und Ich-Entwicklung. Man sieht im Foto, dass es eine Hybrid-Veranstaltung war (zusammen ca. 60 Studierende). Das macht es etwas schwierig dialogisch zu arbeiten. Deshalb habe ich auch mehr selbst einen Zusammenhang aufgebaut: Seelische Erschütterung, Genesungserfahrung und der ‚intent to hope‘ (Wille zur Hoffnung) als zentrale Grundbegriffe der Recovery-Bewegung. Aber man konnte spüren, dass die Aufmerksamkeit bei diesem Thema hoch war! Diese Fragestellung betrifft heute eigentlich jeden Menschen und nicht nur in seiner psychiatrischen Zuspitzung.

Neben den Hochschulveranstaltungen haben wir auch intensiv als ‚DELOS-Forschungsstelle‘ in kleiner Zusammensetzung gearbeitet. Intensive 4 Tage in Alfter!

Roland Wiese 5.6.2024

Alles zeigt sich neu III

Birgit Thiersch eröffnet Raum und Ausstellung auf dem Eickedorfer Hof

Für mich eine ganz neue Erfahrung, ich habe bei der Eröffnung der Ausstellung und des Raumes mit der Gitarre eigene Kompositionen gespielt!

Einspielen vor dem ‚Konzertchen‘ – Felicitas hört aufmerksam zu!

Ein wenig mehr zu Raum und Ausstellung auf der Seite des Umkreis e.V.