Das Leben mit den Verstorbenen

Der Tod im Leben

Ich begleite seit einigen Jahren ehrenamtliche Sterbebegleiter von Hospizvereinen. Im Gespräch versuchen wir die Erlebnisse der Begleiter zu verstehen und zu vertiefen. Eine Frage taucht dabei immer wieder auf und zeigt sich als eine entscheidende Grenzfrage in dem ganzen Lebensbereich des Sterbens: Was ist nach dem Tod?  Dabei sollte diese Frage eigentlich recht unproblematisch zu beantworten sein, es gibt ja ein jahrtausendealtes Wissen über das sogenannte Jenseits. Aber, und das kennzeichnet die heutige Situation des Menschen sehr genau, die letzten einhundert Jahre der Wissenschaftsentwicklung haben diese Art von ‚Wissen‘ als Glauben diskreditiert und gleichzeitig diesen ‚Glauben‘ als eine subjektive Form des Wissens entwertet, so dass der ‚Glaube‘ heute vielen Menschen nicht mehr wirklich tragfähig erscheint. Man kann lange über die persönlichen Glaubenshaltungen und Annahmen sprechen, am Ende kommt dann oft der Satz: Aber man kann es ja nicht wissen! Und vielleicht noch als letzte Steigerung des Grenzerlebens: Es ist noch keiner zurückgekommen! Gibt es eine Möglichkeit dieser (selbstaufgebauten) Zwickmühle des Erkennens zu entkommen?

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