Alles zeigt sich neu IV

Ausstellung Elfi Wiese im Eigenart in Bremervörde

Die nächste Ausstellung ist vom 12.Juli bis 22. August  2024 im EIGENART Kunstraum des Tandem e.V. im Rahmen des Bremervörder Kultursommers: “Alles zeigt sich neu IV”

“Frühere und aktuelle Bilder begegnen sich und uns im Eigenart Kunstraum. Sie bilden jetzt einen neuen Zusammenhang, in dem wir sie wieder neu sehen können.” ew

Ich-Entwicklung begleiten Juni 2024

Umkreis-Wiese nach dem Sensen

Am Samstag (8.6.) hatten wir nach langer Zeit wieder ein Treffen, nahezu vollzählig, mit der Gruppe, die jetzt seit einigen Jahren gemeinsam an dem Thema Ich-Entwicklung arbeitet. In unserem (programmfreien) offenen Gespräch zeigten sich verschiedene Entwicklungen, die von den einzelnen Menschen ausgegangen sind. So berichtete eine Teilnehmerin von einer Gruppe von Menschen, die sich (um sie) auf einem Friedhof in Bremen gebildet hat. Alle haben einen nahen Angehörigen, meist ein Kind, verloren. Die Gruppe hat jetzt einen eigenen Raum auf dem Friedhof, wo sie sich treffen können und austauschen. Interessant daran erscheint mir die völlig freie Entwicklung dieser Gruppe (ohne Vorbild oder Konzept), bei gleichzeitiger Nähe zur eigenen existentiellen Schicksalsebene. Wie aus einer Grenzsituation, wie dem Verlieren eines Kindes, eine völlig neue Beziehungsentwicklung hervorgeht. Aber auch andere Entwicklungen, wie der neue Kulturraum von Birgit und Sinclair Thiersch in Eickedorf, zeigen eine solche Signatur. Eine freie und konsequente Orientierung an eigenen Intentionen.

Kulturraum Eickedorfer Hof

Wir haben dann auch inhaltlich noch einmal die Perspektive aus dem Buch ‚Von Seelenrätseln‘ (R.Steiner) angeschaut. Die Kluft, die dort geschildert wird zwischen der inhaltlichen Willens- oder Handlungsseite und ihrer damit in keiner Weise identischen Stoffwechselseite. Diese Perspektive wird gerade heute immer wichtiger, weil sie ein Licht in viele Probleme oder Krankheitslagen werfen kann. Wie wirkt sich eine Kränkung oder Stauung im Intentionsbereich auf den Organismus, sprich den Stoffwechsel aus.

Im Weiteren habe ich auch mein Buch ‚Die Entwicklung des Ich‘ inhaltlich vorgestellt und von meiner Absicht berichtet, es mit dem Umkreis (als ‚edition umkreis‘) herauszubringen, also keinen der bekannten Verlage anzufragen. Ein ‚Ich-Buch‘ sollte vielleicht auch auf die Anregungen setzen, die es in den einzelnen Menschen hervorbringen kann…

Roland Wiese, 12.6.2024

4 Tage Alfter

Alanus Hochschule, der Blick von Campus 1 auf die Tiefebene

Von Freitag bis Montag war ich nach längerer Zeit mal wieder in Alfter bzw. an der Alanus-Hochschule. Zum einen fand am Wochenende ein Blockseminar von Wolf-Ulrich Klünker und Ramona Rehn statt. Das Thema war: „Der Mensch als Tier – Der Mensch als Engel – der Mensch als Mensch“. Ich hatte dort Sonntag einen kleinen Beitrag zum Thema „Sterben – Übergänge“.

Zum anderen war ich als ‚Gastdozent‘ am Montag in der Psychologie-Vorlesung und habe dort über „Seelische Grenzerfahrungen und Ich-Entwicklung“ gesprochen. Genauer über die Psychiatrie-Entwicklung im 20. Jahrhundert – Psychiatriereform I – und die kopernikanische Wende im 21. Jahrhunderts mit der Recovery-Bewegung und der Genesungsbegleitung durch Psychiatrie-Erfahrene. (Siehe auch den Beitrag in diesem Blog Transformation und Ich-Entwicklung. Man sieht im Foto, dass es eine Hybrid-Veranstaltung war (zusammen ca. 60 Studierende). Das macht es etwas schwierig dialogisch zu arbeiten. Deshalb habe ich auch mehr selbst einen Zusammenhang aufgebaut: Seelische Erschütterung, Genesungserfahrung und der ‚intent to hope‘ (Wille zur Hoffnung) als zentrale Grundbegriffe der Recovery-Bewegung. Aber man konnte spüren, dass die Aufmerksamkeit bei diesem Thema hoch war! Diese Fragestellung betrifft heute eigentlich jeden Menschen und nicht nur in seiner psychiatrischen Zuspitzung.

Neben den Hochschulveranstaltungen haben wir auch intensiv als ‚DELOS-Forschungsstelle‘ in kleiner Zusammensetzung gearbeitet. Intensive 4 Tage in Alfter!

Roland Wiese 5.6.2024