Buch-Vernissage Katalog „Jasminka Bogdanovic“

Jasminka Bogdanović – Farbe und Porträt

Einladung zur Buchvernissage

Samstag 28. September 2019 um 16 Uhr
Künstlergespräch mit der Künstlerin und
den Autoren Werner Barfod, Urs Näf,
Roland Wiese und Johannes Onneken
Die Ausstellung ist geöffnet
Samstag 28. September von 12 bis 18 Uhr
Sonntag 29. September von 10 bis 18 Uhr
Die Künstlerin ist anwesend
Ort
Glashaus Westkuppel
Hügelweg 59
4143 Dornach/Schweiz

Die Kunstmalerin Jasminka Bogdanović ist durch ihre abstrakten Farbkompositionen und ihre sensiblen Portraits weit über ihren Wohn- und Schaffensort Basel hinaus bekannt geworden.
Dieser Katalog beschränkt sich auf Jasminka Bogdanovićs malerisches Schaffen von 2004 bis 2019. Bezeichnend für diese Zeit sind drei große Themen: Farbe in den abstrakten Arbeiten und den Meditationen, der Blick des Menschen in den Porträts und als Drittes das tragische und rätselhafte Schicksal des Kaspar Hauser. Die grafischen und zeichnerischen Werke bleiben einem zukünftigen Katalog vorbehalten. In einem ausführlichen Interview hat man Gelegenheit, tief in die Gedankenwelt und künstlerischen Beweggründe der Künstlerin einzutauchen. Darauf folgen mehrere Essays von Prof. Dr. Dr. Wolf-Ulrich Klünker, Prof. Dr. Salvatore Lavecchia, Urs Näf, Beate Krützkamp, Werner Barfod und Roland Wiese zum Gesamtwerk wie auch zu einzelnen Bilderzyklen, die einen erweiterten Blick auf Jasminka Bogdanovićs Schaffen werfen, indem sie Beobachtungen, Gedanken, Empfindungen, Erfahrungen und Einsichten schildern, zu denen ihr Werk Anlass geben kann.

Katalog Jasminka

Jasminka Bogdanović – Farbe und Porträt
Gebunden
175 Seiten
140 farbige Abbildungen
Preis: 29 € / 35 CHF
Erscheinungsdatum: 28. Sept. 2019

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Hafenspaziergang

Gestern Abend hatten wir das Gefühl wir müssten ausgehen! Etwas erleben. Da das Veranstaltungsprogramm nichts Ansprechendes zu bieten hatten, sind wir zu einem unserer Lieblingsplätze gefahren, dem Bremer Überseehafen. Ein riesiges Stadtentwicklungsgebiet, in dem sowohl die aktuelle Architektur im Entstehen zu besichtigen ist, wie auch alte Hafenanlagen und Gebäude. Manche davon noch im Betrieb, manche auch schon als Dekoration in eine neue Funktion überführt und umgebaut (z.B. in die Kunsthochschule). Man kann dann in einer ehemaligen Feuerwache essen und von dort in ein Hafenbecken schauen, in dem gerade die Frachter be- und entladen werden. Wir sind dann mehr zufällig dieses Mal in dem Teil des Hafens gelandet, in dem noch voller Betrieb ist. Gleichzeitig wird auch hier schon umgebaut  zum modernen Containerhafen. Wir waren dort einige Zeit unterwegs. 

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Während wir dort umhergingen lichtete sich der bis dahin stumpfe und diesige Himmel auf und die Abendstimmung ließ  die verschiedenen Orte, Gebäude und Maschinen wie bei  sich selbst erscheinen. Alle wirkten wie eine merkwürdig stumme Frage – was sie denn sein sollten? Nicht immer war diese Frage zu beantworten. War manches Kunst oder Industrie? Stillgelegt oder absichtlich so verschlossen? Schon im Abriss oder im normalen Arbeitszustand?Manche Maschinen, obschon noch im Betrieb, wirkten wie Tiere aus früheren Zeiten. Weiterlesen

Weitergehen (Forschungswege mit der Farbe IV)

„bilder verkörpern eine Lebensform und sie bewirken Veränderung der Lebensform. wer nicht mit ihnen lebt, kennt sie nicht.“ Raimer Jochims

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Heute war  die Finissage der Ausstellung von Wolfgang Voigt im Atelier von Elfi Wiese. Wir hatten uns für dieses Ende ja zu einer Bildbetrachtung verabredet, um uns mit dem Abstand der einen Woche noch einmal intensiv über die Bilder und unsere Wahrnehmungen und Empfindungen auszutauschen. (Mir war in der Woche mehr im Nebenbei die Wärme aufgefallen, die von den Bildern ausgeht) Diese Vertiefung ist gerade für die Wahrnehmung der Bilder von Wolfgang Voigt eigentlich unbedingt notwendig, denn wie wir uns eigentlich alle einig waren, die Bilder entziehen sich eher der Wahrnehmung. Sie sind offensichtlich da und doch sieht man sie nicht auf den ersten Blick – man muss ihnen nachgehen. Im Verlauf unserer Betrachtung eröffneten sie sich aber immer mehr und man konnte sie immer mehr sehen. Ein wesentliches Thema, das mit den Bildern zusammenhängt, ist die Frage der Zeit.

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Der ‚rote Punkt‘ wurde intensiv befragt!

Ein Bild dass drei Jahre braucht um gemalt zu werden (wie dieses oben) , hat eine andere Zeit in sich, als ein Bild, das viel weniger Zeit des Malens  in sich enthält. Ein wichtiges Motiv oder auch Gestaltungsprinzip des Malers ist die Frage des Gleichgewichtes. Wir sind dieser Frage in ihrer sehr unterschiedlichen Ausprägung in  den einzelnen Bildern nachgegangen und das hat schon das Sehen aufgeschlossen. Aber auch das sich gegenseitig erweiternde und vertiefende Gespräch und das immer wieder Hinschauen hat dafür gesorgt, dass man immer mehr sehen konnte, so dass sich auch Bilder erschlossen, denen man ohne diese Eröffnung nichts hätte abgewinnen können. Das Prinzip, dass der Betrachter selbst aktiv werden muss, um die Bilder wirklich zu sehen, und dass er ohne diese Aktivität nur eine Art Vorschaubild sieht, ist schon besonders bei Wolfgang Voigts Bildern, auch wenn es natürlich für alle Bilder gilt, hier gilt es relativ strikt!

(Im Gespräch ergab sich auch der Blick auf den Maler und Lehrer Raimer Jochims, den vor allem Ute Seifert (Kunst Raum Bremen) , aber auch Wolfgang Voigt sehr schätzen. Raimer Jochims war Rektor und Lehrer an der Städelschule in Frankfurt und natürlich Maler und Bildhauer.  Von ihm sind z.B. die Bücher: Farbe Sehen und Kunst und Identität. Die Zitate auf dieser Seite sind aus Farbe Sehen.)

Vielen Dank an alle Besucher der Vernissage und der Finissage. Unsere Forschungswege mit der Farbe gehen weiter – zu neuen Konstellationen und Situationen, aber geleitet von unserem Malen und Erkennen und Empfinden.

„bilder sind früchte der zeit. in ihnen kommt sie zur reife.“ Raimer Jochims

Roland Wiese 31.3.2019

Forschungswege mit der Farbe IV

Ein weiterer Nachklang zur Ausstellung der Künstler in der Schreinerei in der letzten Woche mit einer Einführung von mir von 2013, mit der die Werkstatt Basel-Horstedt eröffnet wurde. Ein Nachklang und eine Fortführung unseres Forschungsweges mit der Farbe und mit der Kunst.  Beim Wiederentdecken des unten angefügten Textes wurde mir noch einmal deutlich welchen  Forschungs- und SchicksalsWeg wir (Elfi Wiese, Jasminka Bogdanoivic und Johannes Onneken) seitdem miteinander gegangen sind. Und zu dieser Kerngruppe gehören natürlich auch Wolfgang Voigt, Susanne Hörz und Rüdiger Mövens dazu.

Im letzten Jahr hatte unser Treffen ja in Basel stattgefunden – in der Volta Halle. Anlass und Inhalt war die große Ausstellung ‚Experiment Farbe‘, die Jasminka und Johannes mit Nora Loebe und Mathias Rang organisiert haben. Dort hatte Marianne Schubert schon uns angesprochen und von einer Ausstellung erzählt, die sie am Goetheanum veranstalten wolle. Und sie hatte Elfis Bilder gesehen und sie zu dieser Ausstellung eingeladen. Wir waren dann ja noch zum Goetheanum gefahren um die Ausstellung der Bilder von Hannes Weigert anzuschauen, die dort im Treppenhaus am Roten Fenster ausgestellt waren. Bei unserer Ankunft trafen wir direkt im Eingang auf Marianne, die uns eine sehr persönliche Führung durch die Ausstellung gab. Das war wie eine Art Auftakt zu dem Ausstellungsgeschehen in diesem Jahr. Die Ausstellung in diesem Jahr führte dann dazu, dass wir von Donnerstag bis Sonntag viel Zeit hatten miteinander zu arbeiten und uns auszutauschen. Und die Ausstellung führte auch, neben vielen anderen Künstlern, auch die Bilder von Johannes, Jasminka und Elfi wieder zusammen. Eine gewisse, fast wie ein Zitat wirkende, Objektivierung des Werkstattgeschehens von 2013. Weiterlesen

„Die Ich-Form der Wirklichkeit ist die Kunst…“

An diesem Wochenende fand im Goetheanum in Dornach eine Verkaufsausstellung mit 120 Künstlern aus 16 Ländern statt. 25o Werke, meist Bilder und Plastiken, waren zu sehen. Auf einer Auktion wurden Werke verstorbener Künstler versteigert. Marianne Schubert, die Leiterin der Sektion für Bildende Künste, hatte schon lange die Intention zu einer solchen Ausstellung. Ziel war es „einen Überblick zu zeigen über das zeitgenössische Schaffen aus anthroposophischen Quellen.“(Einladung)

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Marianne Schubert führt durch die Ausstellung

Gestern fand im Rahmen der Ausstellung ein Podiumsgespräch statt mit der Frage: „Gibt es Anthroposophische Kunst?“ Es war angenehm und überraschend, dass das Gespräch, in das das Publikum gleichberechtigt einbezogen war, zu einem Austausch wurde, in dem die unterschiedlichen Ich-Zugänge der Sprechenden zu diesem Thema deutlich wurden, und dadurch nicht Meinung gegen Meinung stand, sondern deutlich wurde auch welcher Ich-Wirklichkeit der Einzelne sprach. In eine zweite Stufe könnte ein solches Gespräch geführt werden, wenn diese Zugänge noch vertieft und weiter individualisiert werden könnten. Das würde zu der Frage führen, wie das eigene Verhältnis zur Anthroposophie ist, und zu welchen Intentionen es bei mir geführt hat sich in dieser Weise selbst zu aktivieren. Beispielsweise wäre es interessant zu erfahren, was einen Reinhold Fäth dazu gebracht hat sich so intensiv in die Geschichte der anthroposophischen Kunst einzuarbeiten und dies in eine Ausstellung münden zu lassen, während die Beschäftigung bei anderen zu bestimmten, ganz anderen künstlerischen Aktivitäten geführt hat. Denn meine These wäre, dass die Beschäftigung mit bestimmten Begriffen, im Menschen Willensintentionen freilegt, die ihn erst in die ganz eigenen Wirklichkeitsbereiche führt. Weiterlesen