Wer und was wirkt im therapeutischen Wirk-Bündnis der Osteopathie?

In Ergänzung zu meinem Beitrag ‚Wer wirkt, tastend?‘ zwei Aufsätze von Albrecht K. Kaiser, die in der Zeitschrift ‚Osteopathische Medizin‘ veröffentlicht wurden. Es geht darin um eine Erweiterung und Weiterentwicklung der anthropologischen Grundlagen der Osteopathie.

Mehr zu Albrecht K. Kaisers Arbeit unter http://www.kaiser-osteopathie-bonn.de

2 Aufsätze als PDF:

OM_2-21_Originalia_Kaiser_final[26242]

OM_3-21_Originalia_Kaiser_final[27153]

Wer wirkt, tastend?

 

In einem kleinen Forschungskreis arbeiten wir an der Frage der Sinne. Insbesondere der Zusammenhang der Sinne mit dem Ich, aber auch die Entwicklung der Sinne aus dem Ich ist Gegenstand unserer Gespräche. Am Sonntag den 9.8.2020 haben wir in Bonn bei Albrecht Kaiser an diesen Fragen weiter gearbeitet. Daraus haben sich für mich wieder einige weiterführende Forschungsfragen ergeben. Albrecht Kaiser ist praktizierender Osteopath und forscht und unterrichtet zu den historischen und therapeutischen Grundlagen dieser Praxis. Sein Ziel ist es eine Sprache für eine therapeutische Erfahrungslehre zu bilden, die diese auch für die Wissenschaft zugänglich macht und umgekehrt die Wissenschaft mit den Erfahrungen dieser Praxis zu berühren. Im Hintergrund geht es dabei immer um Frage, welches Menschenbild sich aus der Praxis ergibt, bzw. diese Praxis erst ermöglicht. Er hat eine Dissertation verfasst, die auch als Buch erschienen ist: ‚Die Wirklichkeit der Osteopathie, Studie zu einer am Leib orientierten Anthropologie‘ (Erschienen im Peter Lang Verlag, Berlin 2018) Ich möchte im Folgenden versuchen diese Anthropologie in Beziehung zu bringen zu einer aktuellen ‚Anthroposophie‘. Es kann dies nur ein erster tastender Versuch sein. Dieser Versuch wird dadurch erschwert, dass es immer kompliziert ist, ein konkretes Feld, wie z.B. die Osteopathie, mit eigener Geschichte und Begrifflichkeit und eigenen Binnenregeln und Sprechweisen von außen mit ‚fremden‘ Begriffen zu befragen. Noch schwieriger wird es, wenn man davon ausgeht, dass die Osteopathie eigentlich einer Weiterentwicklung bedarf, weil ihr historisches Fundament heute als Begründung nicht mehr ausreicht. Das ist auch daran zu erkennen, dass die Osteopathie, wie viele andere Therapieformen, auf der Suche ist nach Wirksamkeitsnachweisen. Dies gestaltet sich bei Therapieformen dieser Art generell als problematisch, da zunehmend nur noch große Studien mit signifikanten statistischen Nachweisen als relevant angesehen werden. Solche Nachweise sind aber bei individueller Behandlung generell unmöglich. Will man einen anderen Weg gehen, um Wirkung und Wirklichkeit einer therapeutischen Methode zu erforschen, und Albrecht Kaiser sucht in seiner Studie einen solchen Weg, muss man tiefer und gründlicher ansetzen. Weiterlesen

Kurz, aber intensiv…

Ich habe heute, zusammen mit Albrecht Kaiser, Student*innen an der Alanus Hochschule zum Thema ‚Einführung in die Anthroposophie‘ unterrichtet. Wolf-Ulrich Klünker hatte Albrecht Kaiser und mich kurzfristig gefragt, ob wir am Sonntag für ihn einspringen würden. Und so haben Albrecht und ich heute gemeinsam mit den Studenten an der Sinneslehre, vor allem am Tastsinn gearbeitet. Wolf-Ulrich und Ramona Rehn hatten Freitag und Samstag schon einige Themen vorgearbeitet. Die Student*innen waren, genau wie wir, sehr zufrieden mit dem Einstieg und auch mit den Vertretungsdozenten. Lieber Albrecht, danke für die kongeniale Zusammenarbeit! Da ist Zukunft drin, sowohl im Thema, wie in der Konstellation.

Roland Wiese 16.6.2019

P.S. Wir haben heute ja die heilpädagogische Arbeit Steiners mit Otto Specht näher angeschaut. Am 16.6.1884 schrieb Pauline Specht an Rudolf Steiner wegen der Hauslehrerstelle. Am 18.6.1924 besucht Steiner  die Heilpädagogische Initiative in Jena und am 25.6. 1924 begann der Heilpädagogische Kurs. (Albrecht hat mir erzählt, dass er mit dem Erbprinzen von Schloss Hamborn einen der Teilnehmer des HPK gekannt hat). Auf der Seite Psychologie findet man einen Aufsatz von mir zur Psychologie des Heilpädagogischen Kurses: Die Psychologie des Heilpädagogischen Kurses