Arbeit und Ich-Entwicklung

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Letzte Woche habe ich auf dem Bauckhof Stütensen mit den Mitarbeitern an der Frage gearbeitet, wie die eigene Ich-Entwicklung mit der Entwicklung der Menschen in der Werkstatt zusammenhängt. Dabei stand natürlich erst einmal die Frage im Raum, was Ich-Entwicklung ist. Hier das Handout der Fortbildung. Mit dem Bauckhof Stütensen und seinen Mitarbeiter*innen bin ich schon lange verbunden. Schon in den neunziger Jahren habe ich sie in ihren Entwicklungen begleitet. Ich freue mich, wenn ich dort bin, immer über die schöne Entwicklung, die der Ort in den Jahrzehnten vollzogen hat. Insofern spiegelt der Ort auch meine eigene Entwicklung der letzten 25 Jahre. (Das Foto ist von der Webseite und zeigt ganz gut die Entwicklung des Ortes)

https://www.bauckhof.de/muehle-hoefe/bauckhof-stuetensen/

Einleitung

Wir müssen heute zwangsläufig miteinander forschen! Denn es gibt zwar einiges Material zur Frage von Biografie, auch zur Frage der Ich-Entwicklung gibt es viel Material, aber es gibt wenig bis gar nichts an Material über den hier hergestellten Zusammenhang. Das ist hier heute also mehr Forschungs-Werkstatt als Fortbildung!

Aber der erste Schritt wird sein, dass wir uns selbst als Forschungsgegenstand  nehmen. Wir werden also in der ersten Einheit mit einigen Grundfragen exemplarisch das Gebiet ausleuchten. In der zweiten Einheit werde ich etwas aus der Ich-Entwicklung beitragen.

Man konnte noch bis zum letzten Drittel des 20. Jahrhunderts von echten Arbeitsbiografien sprechen. Zu den einzelnen Arbeitsgebieten gehörten richtige Kultur-Milieus, wenn man z.B. ans Ruhrgebiet denkt. Im Zuge der forcierten Individualisierung ist dies alles aufgebrochen, die äußere Durchgängigkeit der Biografie, die äußere Linearität ist immer weniger vorhanden. Es ist mehr Raum da für individuelle Bewegungen, aber gleichzeitig auch für große Unsicherheiten. Was soll ich werden, was soll ich tun, werde ich gebraucht? Und diese Fragen stellen sich nicht nur am Anfang der Berufsbiografie, sondern permanent neu. Dazu kommen noch die Fragen, die aus den Beziehungen zu Partnern in die Arbeitsbiografie hineinwirken. Dies gilt zunehmend auch für die berufliche Entwicklung von Menschen mit Behinderungen. Auch da öffnen sich immer mehr Möglichkeiten für eine eigenständige Entwicklung nach dem persönlichen Interesse. Aber da stehen wir erst am Anfang!

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