Klinik Öschelbronn bekommt Bilder von Elfi Wiese für den Neubau gespendet

Nach unserem Forschungstreffen in Bonn zum Thema ‚Sinne des Ich‘ , sind wir weiter in den Süden nach Öschelbronn gefahren, um zwei Bilder von Elfi zu übergeben, die der Klinik für gespendet worden sind. Eine ausgiebige Führung durch den Neubau und ein intensiver Austausch mit Sybille Czika von der Klinikleitung rundeten den Besuch ab. Vielen Dank für die freundliche Aufnahme!

Klinik Öschelbronn, Neubau

Ein Spender, der ungenannt bleiben möchte, hat der Klinik in Öschelbronn zwei Bilder von Elfi Wiese gespendet.  Elfi Wiese war persönlich zur Übergabe gekommen und konnte Sybille Czika von der Klinikleitung über ihre malerische Arbeit und die beiden Bilder berichten. Eines der Bilder ‚Erdaufgang‘ war 2010 titelgebend für eine Ausstellung in der Galerie am Steiner-Haus in Hamburg. Es nimmt auch inhaltlich eine besondere Stellung in ihrem Werk  ein, in dem die Bilder nur selten Titel tragen. Wenn man es anschaut kann man die vertikale ‚aufhebende‘ Kraft bemerken, die rein malerisch in dem Bild wirkt. Elfi Wiese, geb. 1957 in Leverkusen, hat Sozialpädagogik und Kunsttherapie studiert. Sie wirkt seit 1986 künstlerisch in der Erwachsenenbildung und in der Arbeit mit seelisch kranken Menschen. Seit 2001 intensiviert sie die eigene künstlerische Arbeit und zeigt sie in vielen  Ausstellungen. Nach einem intensiven Austausch führte Frau Czika die Malerin durch das neue Klinikgebäude, das mit seiner farbigen Gestaltung innen wie außen beeindruckt. In diesem therapeutischen Zusammenhang finden die Bilder sicherlich einen passenden Ort, an dem sie wirken können, so wie es sich der Spender gewünscht hat.      

Sybille Czika (Klinikleitung) und Elfi Wiese

http://www.klinik-oeschelbronn.de  http://www.elfiwiese.com

View with a room

Ausstellung in Bremen 14.8.-6.9.22 Kontakt 0151-12755983 / Wiese 0157-75823730

Im Kunst( )Raum, Rückertstraße 21

View with a room

Der Titel der kommenden Ausstellung von Elfi Wiese ist ausgeliehen von Julian Lage, einem meiner Lieblingsgitarristen. Seine neue Platte heißt so. Aber dieser Titel sprang mich sofort an! Ich verstand ihn einfach nicht. Konnte ihn mir nicht übersetzen. Als ich ihn dann zum übersetzen eingab, erschien ‚a room with a view‘ – ein Zimmer mit Aussicht. Es gibt auch einen Film und ein Lied mit diesem Titel.

Also umgekehrt übersetzt heißt dann ‚View with a room‘: Aussicht mit einem Zimmer. Ich habe das dann weitergesponnen zu verschiedenen Bedeutungen. So ist der Kunst( ) Raum von Ute Seifert in Bremen, der Ort der Ausstellung, ein Raum, in Zahlen 1 Raum. Die Bilder sind die Aussichten in dem Raum. Man schaut durch die Bilder wiederum in Räume. Und ganz besonders, die Bilder schaffen selbst vor der Fläche Räume (Kann man im Internet nicht sehen, nur vor Ort). Ganz einfach, ohne jede Übersetzung, gefällt mir der Klang von ‚View with a room‘.

Roland Wiese 30.6.2022

Wie Bilder Sinn erzeugen

Forschungswege mit der Farbe

Unsere Forschungswege mit der Farbe haben uns ja schon vor Längerem mit Ute Seifert zusammengeführt. Ute Seifert ist Malerin und betreibt den KUNSTRAUM in Bremen in der Rückertstraße. Wir haben schon einiges gemeinsam unternommen, unter anderem gemeinsame Besuche bei Reimar Jochims im Maintal, Ausstellungen und Bildbetrachtungen. Jetzt hat sie eine kleine Gruppe eingeladen, um an dem Buch von Gottfried Boehm, ‚Wie Bilder Sinn erzeugen‘ zu arbeiten. In einem lebendigen Gespräch haben wir uns durch die Einleitung bewegt. „Der Mensch ist jenes Wesen, das sich ein Bild zu machen vermag.“ (S.10) Können sich Tiere Bilder machen? „Wir sind alle ikonischer Natur.“ Aber das Bild hält uns auch gefangen. Wir leben in einem Bilderleib und in einem Bildeleib. Erst heute können wir die Frage nach ‚dem Bild‘ stellen, sagt Böhm. Erst heute, wo alles zum Bild werden kann, und nicht mehr deutlich ist, was ein Bild ist. „Mit der Entgrenzung hatten die Bilder an Universalität rapide gewonnen, ihre Selbstverständlichkeit aber eingebüßt (S.13)“ „Die Welt wird bis in die Atome hinein zum Bild.“ Und Bilder sind nicht nur Abbilder des Bestehenden, der Welt, Boehm sieht sie als “ eine Macht, imstande unsere Zugänge zur Welt vorzuentwerfen und damit zu entscheiden, wie wir sehen, schließlich: was die Welt „ist“.“ (S.14) Insofern scheint es hochaktuell danach zu fragen, was das Bild ist und wie es zeigt und damit Sinn erzeugt. Während wir immer mehr in der Welt der Bilder leben und auch gleichzeitig in der imaginativen Wirklichkeit, die der Bilderwelt zu Grunde liegt, kennen wir uns mit dieser Welt nicht so gut aus, wie mit der Welt der Sprache und Schrift. Deswegen ist es spannend gemeinsam mit Gottfried Boehm (bzw. seinem Buch) ‚das Bild‘ zu denken…

Roland Wiese 22.7.2021

‚Neue Landschaft‘

Bilder von Elfi Wiese im Königin-Christinen-Haus

Heute am Sonntag den 7.3.2021 hätte eigentlich die Ausstellung eröffnet werden sollen. Das geht noch nicht! Trotz der Einschränkungen wurde die Ausstellung jetzt aber gehängt. Und da sie noch einige Zeit dauert besteht auch die Hoffnung die Eröffnung nachzuholen. 

 

American Geography

Matt Black

American Geography

In den Deichtorhallen in Hamburg werden zur Zeit (25.9.20 – 3.1.21) zwei Fotoausstellungen amerikanischer Fotografen gezeigt. Jerry Berndt (1943-2013) zeigt die Zeit der sechziger und siebziger Jahre; Matt Black (geb.1970) ist durch das ganze Land gereist und zeigt seine Bilder aus dem Amerika der letzten Jahre. Im Anschauen der Bilder und der zwei Arten des Sehens und Fotografierens wurde mir der Unterschied deutlich, der sich zwischen diesen beiden Fotografen zeigt, der aber möglicherweise repräsentativ ist für eine Entwicklung, die sich in der Zeit zwischen 1960/70 und heute vollzogen hat. Meine Perspektive auf die Bilder und ihre Schöpfer hat vielleicht wenig mit den Intentionen der Fotografen selbst zu tun. Aber schon der Titel der Bilder von Matt Black: ‚American Geography‘,- spricht von  der Schicht einer Wirklichkeit, die ich in seinen Bildern glaube sehen zu können. Natürlich knüpfen seine  dokumentarischen  (?) Bilder an eine Bildtradition amerikanischer Fotografen an, die im letzten Jahrhundert immer wieder das amerikanische Leben jenseits der glamourösen Oberfläche gezeigt haben. Aber gerade die Gegenüberstellung von Bildern aus den siebziger Jahren mit Bildern von heute kann einen charakteristischen Übergang aufzeigen.

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Detroit, 1970. Courtesy The Jerry Berndt Estate 2020

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Das Blühen der Erde

Forschungswege mit der Farbe

Wenn ich irgendetwas über die Farbe schreibe, dann ist das eigentlich immer angeregt von außen durch einen oder eine der mit mir verbundenen Maler und Malerinnen. Das heißt im Anschauen der Bilder und der sich noch im Entstehen befindlichen Bilder werden mir bestimmte Dinge klar. So auch im folgenden Beitrag. Ein Bild auf der Staffelei von Elfi Wiese und ein Bild liegend daneben waren die Anreger der folgenden Empfindungen und Gedanken. Wobei die Empfindung tatsächlich zuerst da ist und in ihr ist eigentlich schon alles enthalten, was dann diskursiv auseinandergelegt wird. „Diese Dinge müssen in die Region der Empfindungswelt gehoben und mit der durchgeistigten Empfindung begriffen werden“ (R. Steiner in ‚Das Wesen der Farben‘ , S. 66. Darauf komme ich später zurück, der Rückgriff auf Steiner hat sich nachträglich ergeben und dient hier der historischen Bezugnahme einerseits und andererseits auch der Weiterführung dieser historischen Erkenntnisse ins heutige Empfinden).

Auf dem Bild sieht man runde Formen von Erdfarben in einer von der Malerin gestalteten Komposition. Auf dem Bild daneben, sind die die gleichen Farben und noch weitere zu Rechtecken dokumentiert. Meine Empfindung entstand im Anblick der runden Formen und wurde bewusst im Unterschied der Wirkung der rechteckigen Formen.

(Leider kann man auf Abbildern nicht die milde und sehr unterschiedliche Ausstrahlung der gemalten Farbpigmente wahrnehmen).

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Bild: Elfi Wiese

Die Empfindung bildete sich durch die Überraschung und das Staunen über die Farbigkeit der Erdfarben, über ihr Leuchten und ihre Strahlkraft (Steiner würde sagen ‚Glanz‘). Gleichzeitig über die Schönheit der Farben in der runden Form und in der Komposition. Drittens über die Transparenz und Leichte, die das Bild mit seinen Farben und Formen ausstrahlt. Eine weitere Empfindung ist die einer gewissen Unschuld der Farben. Man kann sich die Frage stellen, was ist eigentlich das Farbige der Erde? Und man kann sich dann relativ schnell darüber klar werden, dass das Farbige immer etwas Mineralisches oder Metallisches ist, welches die Erde entsprechend färbt. Ja vielleicht hat die Erde selbst gar keine Farbe?

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