Goldener Eros: Zum Tod von Georg Baselitz

Foto: Webseite Galerie Thaddaeus Ropac

Georg Baselitz starb am 30. April 2026. Am 6. Mail wurde eine Ausstellung in der Fondatione Giorgio Cini eröffnet (bis zum 26. September) mit Bildern, die Georg Baselitz selbst in seiner Videobotschaft zur Eröffnung als seine letzten Bilder bezeichnet hat.

https://ropac.net/video/390-georg-baselitz-eroi-d-oro

(ein weiteres Video gibt es bei Instagram auf dem Kanal der Galerie Thaddaeus Ropac)

Georg Baselitz Eroi d’Oro

6 May—27 September 2026

Fondazione Giorgio Cini


Als ich heute bei Instagram ein Video mit Anmerkungen von Georg Baselitz zu seiner letzten Ausstellung anschaute, kam mir ein Artikel von 2008 in den Sinn, den ich geschrieben habe anlässlich einer Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen. In diesem Artikel wird schon die Durchlichtung der Bilder, ja man könnte von Aufhebung im Hegel’schen dreifachen Sinn sprechen: Bewahrung, Erhöhung, aber auch Erlösung für etwas Neues, thematisiert. Dieser Artikel, schon damals ‚Hommage‘ genannt, passt für mich ganz gut auch als Beitrag zum Tod des Malers. In den letzten Bildern zeigt sich diese Entwicklung noch weitergehend in der Beziehung von Zeichnung und Farbe. Baselitz spricht selbst von der Sensibilität dieser Zeichnungen auf Goldgrund.


Ich- Schwebend

georg baselitz – die russenbilder

Deichtorhallen 16. November – 3. Februar 2008

Eine Hommage zum 70. Geburtstag am 23. Januar 2008

„Frei sein ist die Tendenz des Ich – das Vermögen frei zu sein ist produktive Imagination – Harmonie ist die Bedingung ihrer Tätigkeit – des Schwebens, zwischen Entgegengesetztem. (…)Alles Sein, Sein überhaupt ist nichts als Freisein – Schweben zwischen Extremen, die notwendig zu vereinigen und notwendig zu trennen sind.[1]“  Georg Friedrich von Hardenberg (Novalis)

Wer möchte schon an einem regnerischen Wintersonntag  freiwillig in die Großstadt fahren? Die Vorstellungen, die man sich aus seinem gemütlichen Zuhause macht, beinhalten  Zuschreibungen wie ‚ungemütlich‘, ‚grau‘, ‚‘ ‚kalt ‚ usw. Fährt man trotzdem, aus einem mehr ungeklärten Gefühl heraus, muss man durch die alten Vorstellungsbilder, die ungerufen auftauchen und die Zukunft verstellen wollen,  mitten hindurchfahren.  Eine erste Voraussetzung vielleicht um sich für die Zukunft zu öffnen. Auch eine Ausstellung von Baselitz hätte mich nicht in ein Museum gelockt, zu sehr ist da eine mehr undeutliche Antipathie gegen diesen Maler. Aber  nach einem Spaziergang durch Hamburgs Speicherstadt, ohne Regen, dafür mit geradezu heiterer Lichtheit an diesem vorletzten Dezembertag, interessiert mich das Gebäude der Deichtorhallen. Ein altes Markthallengebäude von 1911-1914 in offener Stahlkonstruktion erbaut. Dreischiffig, mit 3800 qm² Ausstellungsfläche – ein Übergang von Jugendstil zur Industriearchitektur. Schon beim Zugehen auf die Halle dachte ich darüber nach, dass es doch merkwürdig ist, dass die Metallbrücken, die im Hafenviertel über die Hafenbecken gespannt sind, soviel leichter wirken, als die modernen Betonbrücken. Auch die große Deichtorhalle  überspannt  und umspannt ihren Raum  in großer Leichtigkeit. Man muss bedenken, die gesamte Tragkraft ist nicht, wie bei der Kathedrale aus Stein, nach außen abgeleitet, sie trägt sich in sich selbst, in ihrer Spannung. Der Ausstellungsraum, ganz weiß, ist durch hohe rechteckige Einzelwände unterteilt. So ergibt sich kein geschlossener Raum, vielmehr ein offener, sich immer wieder neu in einem Bild konzentrierendes Raumgeschehen.

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bilder sommer august 2025

sommer atelier ausstellung  elfi wiese

02. bis 09.08.2025  offen 14 bis 17

eröffnung  samstag, 02.08.25 um 14 Uhr

bilder gespräch gartencafé musik …

    Weihnachten 2023

    Die diesjährige Weihnachtskarte und den Newsletter des Rudolf-Steiner Hauses in Hamburg schmückt ein Bild von Elfi Wiese. Dem kann ich mich hier bildlich nur anschließen.

    Roland Wiese, 21.12.2023

    Portrait einer Malerin

    ein schönes Portrait von Elfi Wiese im Dezemberheft der Zeitschrift ‚Die Christengemeinschaft‘ mit vielen Bildern und einem schönen blauen Triptychon auf dem Titel!

    Eine Ausstellung mit Werken von Ramona Rehn

    In der Bibliothek der Alanus-Hochschule ist zur Zeit eine Ausstellung mit Arbeiten von Ramona Rehn zu sehen. Ruhige und beruhigende Werke in einer ruhigen Umgebung. Die Mitarbeiterin dort, mit der wir über die Arbeiten sprachen,war sehr freundlich und angetan von den Lochkamera-Bildern, einem Stein und den beiden Wachsbildern.

    Inzwischen wurde Ausstellung auf den Eingangsbereich von Campus 2 erweitert, was diesem etwas unwirtlichen Ort sehr gut tut. Er wirkt jetzt doch menschlich belebt und beseelt.

    Ramona Rehn ist wissenschaftliche Mitarbeiterin von Wolf-Ulrich Klünker an der Alanus-Hochschule. Künstlerisch hat sie sich in den letzten Jahren vor allem mit Lochkamera-Bildern und den hier erstmals gezeigten Wachs-Arbeiten beschäftigt.

    Mehr von Ramona Rehn auf der Webseite der Forschungsstelle Delos.

    Überschwarz – Pierre Soulage

    Forschungswege mit der Farbe

    Foto: Roland Wiese, Museum Pierre Soulage in Rodez

    In einem Beitrag zum Thema Farbe habe ich schon über Pierre Soulage geschrieben. (Forschungswege mit der Farbe 3)

    Jetzt sind wir in Rodez, wo er in seinem Geburtsort ein Museum mit seinen Werken gestiftet hat und wollen uns seine Bilder einmal hier vor Ort anschauen. In der Nähe befindet sich auch die Kirche in Conques, für die er Fenster entwickelt hat. (kommt auch im Beitrag vor). Pierre Soulage ist letztes Jahr gestorben. Auch das begleitet uns bei unserer Forschungsreise.

    Pierre Soulage hat von Beginn an mit Schwarz als Farbe gearbeitet und sie gründlich sich erarbeitet. Aber erst 1979 hat er eine Art Sprung getan in den Raum, den er dann Outrenoir nannte, und den er von da an erforscht und in Präsenz gebracht hat.

    Schwarz als ‚Outrenoir‘, Überschwarz…. in den späten Bildern. Schwarz als Ausgangsgrund für Licht, Farben, die sich an den Formen und Kanten bilden.

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    ‚Erde ist Farbe‘

    so titelt Holger Crumb seinen Artikel im Bürgerportal Bergisch Gladbach

    Das Leben der Bilder

    16.8.2022 Gespräch zu den Bildern der Ausstellung ‚View with a room‘

    Gestern Abend hatten wir ein sehr schönes Gespräch im KunstRaum Bremen mit einigen wenigen Menschen zu den Bildern der Ausstellung. Eigentlich wollten wir ein einzelnes Bild einmal intensiv betrachten, es wurde aber mehr ein Austausch über die Bilder in ihrem aktuellen Zusammenklang in der Ausstellung im KunstRaum. Dabei ging das Gespräch immer hin und her von den Bildern zu bestimmten Themen, von den Themen zu den Bildern, von persönlichen Erfahrungen zu den Bildern usw. Wir saßen ja in dem Raum, in den die Bilder hineinleuchteten, also mitten zwischen den Bildern. Es war insofern nicht ein Anschauen der ‚Oberfläche‘ der Bilder oder ein Befragen nach dem Inhalt des Bildes, es war ein Abspüren der Wirkungen der Bilder in das gemeinsame Leben und Erleben im Raum. Man könnte das in keiner Weise mehr auseinandernehmen: Bilder, Raum, die Konstellation der Menschen, die Abendstimmung usw. Dadurch entstand eine ganz spezielle Substanz dieses Abends mit Tiefe und Ernst und sommerlicher Wärme. Vielleicht ist es das, was Wolf-Ulrich Klünker einmal (2010) anlässlich der Ausstellungseröffnung in Hamburg mit der ‚Hintergrundwirkung‘ der Kunst ansprach. Wie wirkt eigentlich ein Bild über die Bildinhalt hinaus in den menschlichen Erlebens und Lebensraum hinein. Das sind natürlich viel leisere Wirkungen, indirektere Wirkungen, sie sind auch nicht zu kausalisieren. Vielmehr mischen sich die Bilder mit in das Leben, sind aber auch angewiesen auf ein solches Leben mit ihnen. Es sind keine Inhaltsgegenstände mehr, die an der Wand hängen und interpretiert und diskutiert werden müssen. Weniger Bewusstseinsbilder mehr Lebensbilder…

    Roland Wiese 17.8.2022

    Einige Bildern von den Bildern trotz oder wegen diesen Einsichten:

    View with a room – Vernissage

    Kunstraum von Ute Seifert in der Rückertstraße in Bremen

    Eine sehr schöne und sommerlich erfüllte und gefüllte Vernissage am Sonntagmorgen!

    Zur Ausstellung von Elfi Wiese im ‚Kunst [  ] Raum‘ Bremen  8/2022

    Eröffnungsansprache von Ute Seifert

    Vielleicht gibt es die/den eine/n oder andere/n unter Ihnen und Euch, die die letzte Ausstellung, von Susanne Schossig, hier in unseren Räumen erinnern.

    Mir schien nun diese neue Ausstellung eine schöne Fortsetzung unserer Arbeit, unserer letzten Ausstellung!

    Wie schön jedoch, dass Ähnliches, Gleiches, doch immer anders ist. Nur der schnelle Blick übersieht die Differenz.

    Die Arbeiten von Elfi Wiese zeigen große, atmende Flächen mit darüber gelegten kleinräumig-schriftartigen Bewegungen, die sich aus ihrem linearen Ursprung heraus auch zu Flächigem hin verdichten. Dies erlebt man besonders und oft mit Stau-nen, wenn man den Bildern in Nähe und Distanz begegnet.

    Welche Gedanken haben wir, wenn wir eine Reise in ein fremdes Land unternehmen?

    Wie begegnen wir dem fremden Land und versuchen, dieser Begegnung in der künstlerischen Arbeit Gestalt zu geben?

    Wie lerne ich ein Land kennen?

    Ist ein Land seine Sehenswürdigkeiten?

    Wo beginnt die künstlerischer Arbeit?

    Gibt es neben den „Sehens-Würdigkeiten“ auch andere „Würdigkeiten“ zu entdecken?

    Auf vielen Reisen hat Elfi Wiese Landschaften erkundet, Material, Erden gesammelt. 

    Ich zitiere hier ihre eigenen Worte  –  „Für mich liegt im Umgang mit  Landschaft und Materie eine wichtige Quelle für meine Bilder. Die Gestaltung wird oft vom Erleben der Landschaft geleitet, sowie von der Beschaffenheit  und Farbe des gefundenen Erdmaterials. Doch Empfindung  von Stimmigkeit der Komposition als solche ist letztlich das Ausschlaggebende. Das Material ist wichtig, Auslöser der malerischen Tätigkeit. aber ein Bild empfinde ich dann als gelungen, wenn Licht wie aus der Tiefe des Bildes entsteht….. Nicht, indem das Werk ein Landschaftsbild als Abbild zeigt, sondern indem es tatsächlich eine Substanz aus einer oder verschiedenen Landschaften enthält. Die untergründige Konsistenz und Farbigkeit dieser Landschaften ist im Bild“,  ist also im Grunde in transformierter Weise diese Landschaft selbst.

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