Heilpädagogischer Kurs – chinesisch

Die chinesische Ausgabe des Heilpädagogischen Kurses von Rudolf Steiner von 1924 ist gerade erschienen. Wolf-Ulrich Klünker hat ein Vorwort verfasst, das die Intention und den Inhalt des Kurses sehr gut zusammenfasst. Im Autorenhinweis ist auch unser Buch ‚Psychologie des Ich‘ erwähnt, in dem ich einen Beitrag zur Psychologie des Heilpädagogischen Kurses verfasst habe. (siehe auch hier unter Bibliothek: Die Psychologie des Heilpädagogischen Kurses)

Vorwort

Wolf-Ulrich Klünker

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Der Heilpädagogische Kurs Rudolf Steiners markiert im Juni 1924 den Beginn der anthroposophischen Heilpädagogik. Die Vorträge wurden vor einem kleinen Kreis von Zuhörern gehalten, enge Vertraute Rudolf Steiners sowie Praktiker der Pädagogik und der Therapie. Der Kurs bringt – weit über das Gebiet der Heilpädagogik hinaus – völlig neue anthropologische, psychologische, psychiatrische und medizinische Grundlagen, die bis heute weder von der anthroposophischen noch von der außeranthroposophischen Forschung hinreichend gewürdigt werden konnten. Die menschliche Individualität, das Ich, wird nicht nur als subjektive Innerlichkeit, sondern gerade in seinem Denken als leibschaffende Kraft begriffen. Weiterlesen

Individuelles Ich und Ich-Sein

Wie angekündigt nun einige ‚Früchte‘ aus den ausgepackten und partiell gelesenen Büchern. Alles natürlich bezogen auf die Frage nach dem Ich. Die unten wiedergegebene Stelle ist die zentrale Stelle in ‚Die Einheit des Geistes‘ (oder wie heute oft übersetzt: Die Einzigkeit des Intellektes), also ‚De unitate intellectus‘ von Thomas von Aquin.

Themistios, Paraphrase zu De anima III 4-6

Übersetzt von Frank Joachim Simon (aus dem Griechischen), Meiner 2018

12. Mit welcher Art von Geist sind Ich und Ich-Sein identisch?

(100,16) Wir sind nun entweder der mögliche oder der wirkliche Geist. Wenn nun bei all dem, was aus dem Sein der Möglichkeit nach und dem der Wirklichkeit nach zusammengesetzt ist, das individuell bestimmte Sein und das Sein gemäß der Gattung unterschieden ist, dann müssen auch das individuelle Ich und das Ich-Sein unterschieden sein: und ich bin der aus dem möglichen und aus dem wirklichen zusammengesetzte Geist, das Ich-Sein stammt dagegen aus dem wirklichen Geist, so dass der aus dem möglichen Geist und aus dem wirklichen Geist zusammengesetzte Geist zwar das schreibt, was ich hier denke und schreibe; er schreibt aber nicht, insofern er im Modus der Möglichkeit, sondern insofern er im Modus der Wirklichkeit ist; denn die Wirklichkeit erwächst ihm von dorther.

Erläuterungen:

Themistios (317- 388) lebte in der Zeit, in der im römischen Reich der Übergang von der heidnischen zur christlichen Epoche vollzogen wurde. (Simon 238) Mal wird er zu den Neu-Platonikern gerechnet, mal zur peripatetischen Schule (also Aristoteles nahestehend). Beim Lesen der Übersetzung von Simon war ich erstaunt, wie leicht mir das Verstehen dieses doch schwierigsten Teils von ‚de anima III‘ fiel. Man hat den Eindruck, dass bei Themistios die etwas ‚dunklen‘ und schwerverständlichen Stellen wie verflüssigt werden, und dadurch an Leben gewinnen. Die Übersetzung von Simon ist, soweit ich weiß, die erste aus dem Griechischen ins Deutsche.

Interessant ist dieser kleine Abschnitt deshalb, weil, und das hat Wolf-Ulrich Klünker bemerkt und herausgearbeitet, in ihm ein geistiger Ich-Begriff angelegt ist, der aber nicht weiter rezipiert wurde. Dieser geistige Ich-Begriff taucht dann im Mittelalter bei Thomas von Aquin wieder auf, wo er als Beleg dafür dient, dass der Geist des Menschen nicht ein allgemeiner ist, an dem der Mensch nur teilhat, sondern dass der Geist des Menschen ein einheitlicher, das heißt ein ganzer ist, und dieser Geist individuell und unsterblich ist. Angelegt ist der Begriff schon bei Aristoteles, aber ohne explizit einen Ich-Begriff zu verwenden, aufgenommen und weiterentwickelt zum Begriff des Ich wird dieser Zusammenhang von Themistios. Bei ihm steht dann im griechischen Text tatsächlich ‚ego‘ (bei den anderen Kommentatoren habe ich diesen Punkt noch nicht verfolgt, das liefere ich nach, wenn dort Interessantes zu finden ist), weiterentwickelt wird er dann bei Thomas von Aquin, um dann Ende des 20. Jahrhunderts von Wolf-Ulrich Klünker neu herausgearbeitet zu werden. Damit wird in der Sache selbst eine Entwicklung sichtbar, die über 2000 Jahre beinhaltet. (Erst)Im Mittelalter wurde sie von Wilhelm von Moerbeke aus dem Griechischen ins Lateinische übertragen, erst im 20. Jahrhundert in der Übersetzung von Klünker vom Lateinischen ins Deutsche. Erst jetzt (2018) wird diese Stelle direkt vom Griechischen ins Deutsche übersetzt.

„Thomas gibt in seinem Zitat eine Stelle wieder, in der Themistios den Ichbegriff formuliert und erläutert – vermutlich zum ersten Mal in der Geistesgeschichte überhaupt. (…) Thomas hat hier die interessantesten Passagen aus dem Werk des Themistios wiedergegeben. An ihnen wird deutlich, dass Thomas die Individualität des menschlichen Geistes mit dem Ichbegriff bzw. der Ich-Entwicklung verbunden sah. Die lateinischen Begriffe für ‚Ich‘ und ‚für mich‘ lauten ego und mihi. Im griechischen Original steht hier entsprechend ego und emoi. Im griechischen Text kommt der Sinn deutlicher zum Ausdruck als im lateinischen, weil das Griechische den Artikel verwenden kann: to ego und to emoi einai – das Ich und das Sein für mich. Die Verwendung des Artikels im griechischen Originaltext verdeutlicht, dass Themistios tatsächlich den Ichbegriff im engeren Sinne entwickelt; die Substantivierung der Wörter erhebt sie gleichsam auf die Begriffsebene. (…)

(…)Die Existenz eines Dinges und das Bewusstsein von ihm sind nicht identisch. In ähnlicher Weise ist auch Ich-Sein etwas anderes als das Sein für mich. Das Ich des Menschen muss in geistiger Eigentätigkeit in ein Für-Mich überführt werden, d.h. ich muss Bewusstsein von mir selbst erlangen. Nur auf diese Weise entwickelt sich der Mensch selbst, als sein Ich, das in ihm zwar angelegt, aber noch nicht Wirklichkeit geworden ist. Indem der Mensch Bewusstsein von seinem ich entwickelt, überführt er den Geist von der bloßen Möglichkeit in seine Wirklichkeit.“ (Wolf-Ulrich Klünker in Selbsterkenntnis der Seele, Zur Anthropologie des Thomas von Aquin, Stuttgart 1990, S. 34 ff.)

Im Originaltext des Aristoteles gibt es zwar den wirklichen und den möglichen Geist, aber noch kein Ich und kein Ich-Sein wie bei Themistios. Auch wird man im Aristoteles Text kein Ich finden, dass sich seiner eigenen Gegenwärtigkeit bewusst ist. Bei Themistios findet sich aber der Übergang vom allgemeinen Ich-Begriff in den konkreten Menschen Themistios: “ so dass der aus dem möglichen Geist und dem wirklichen Geist zusammengesetzte Geist zwar das schreibt, was ich hier denke und schreibe…“ Diese winzig kleine Stelle, in der der Schreiber selbst auftaucht als Subjekt, vermittelt eine ganz andere Wirklichkeit, als wenn dort, wie bei Aristoteles ‚man‘ stehen würde. Plötzlich wird der Geist zum da sitzenden Menschen, der denkt und schreibt. Bei Thomas von Aquin klingt das Ganze schon wieder objektiver. Ich erlebe diesen Übergang als wichtige Vergegenwärtigung, die auch auf eine zweite Bewusstmachung hinzielt – diese verläuft genau umgekehrt. Indem ich ‚hier‘ denke und schreibe, bin ich, obwohl mein Denken und Schreiben deskriptiv verlaufen, wirklicher Geist, „denn die Wirklichkeit erwächst von daher.“ Deshalb schließt Themistios später zurecht, wir seien also der bewirkende Geist (oder tätiger Geist, oder intellectus agens). Der wirkliche Geist ist im Menschen zugänglich, sobald der Mensch wirklich denkt und er kann dies bemerken.

Roland Wiese 24.5.2020

Selbstheilungskräfte des Ich II

Ich schulde noch einen inhaltlichen Blick auf das Delos-Seminar vom Juni. Mein erster Beitrag dazu (Selbstheilungskräfte des Ich) war ja mehr ein Blick auf die Wirkung des Seminars. Im Folgenden soll deshalb ein inhaltlicher Zusammenhang des Seminars, der mir wichtig ist, dargestellt werden. (Geholfen hat mir, dass wir am Donnerstag das Seminar noch einmal durchgegangen sind, weil jemand, der nicht teilnehmen konnte, gerne den Anschluss haben wollte.) Hier stelle ich tatsächlich nur den Inhalt dar, der im Seminar von Wolf-Ulrich Klünker bearbeitet wurde. Ich arbeite aber an einem längeren Aufsatz, der das Thema vertieft.

Bis ins 19. und 20. Jahrhundert hinein gab es noch letzte Orte, an denen der alte Zusammenhang von Spiritualität und Therapie existierte. Dieser Zusammenhang war, wie z.B. in Königslutter, immer auch ein baulicher – z.B. Dom und Krankenhaus. Geistiges und Elementares Geschehen kamen dort zusammen und bildeten ein therapeutisches Milieu. Auch in den griechischen Tempelanlagen findet man solche Anlagen. Was wäre ein solcher Zusammenhang heute unter den Bedingungen des Ich? Also: Geistiges vom Ich her gedacht, Elementare Verhältnisse vom Ich her bestimmt?

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Kurz, aber intensiv…

Ich habe heute, zusammen mit Albrecht Kaiser, Student*innen an der Alanus Hochschule zum Thema ‚Einführung in die Anthroposophie‘ unterrichtet. Wolf-Ulrich Klünker hatte Albrecht Kaiser und mich kurzfristig gefragt, ob wir am Sonntag für ihn einspringen würden. Und so haben Albrecht und ich heute gemeinsam mit den Studenten an der Sinneslehre, vor allem am Tastsinn gearbeitet. Wolf-Ulrich und Ramona Rehn hatten Freitag und Samstag schon einige Themen vorgearbeitet. Die Student*innen waren, genau wie wir, sehr zufrieden mit dem Einstieg und auch mit den Vertretungsdozenten. Lieber Albrecht, danke für die kongeniale Zusammenarbeit! Da ist Zukunft drin, sowohl im Thema, wie in der Konstellation.

Roland Wiese 16.6.2019

P.S. Wir haben heute ja die heilpädagogische Arbeit Steiners mit Otto Specht näher angeschaut. Am 16.6.1884 schrieb Pauline Specht an Rudolf Steiner wegen der Hauslehrerstelle. Am 18.6.1924 besucht Steiner  die Heilpädagogische Initiative in Jena und am 25.6. 1924 begann der Heilpädagogische Kurs. (Albrecht hat mir erzählt, dass er mit dem Erbprinzen von Schloss Hamborn einen der Teilnehmer des HPK gekannt hat). Auf der Seite Psychologie findet man einen Aufsatz von mir zur Psychologie des Heilpädagogischen Kurses: Die Psychologie des Heilpädagogischen Kurses

Entwicklungsräume des Ich

Heute bei einem Vortrag von Wolf-Ulrich Klünker in Bremen einige weiterführende Gedanken zu Frage der Ich-Entwicklung. Der Vortrag hatte den interessanten Titel: „Das Leben nach dem Tod. Ich-Entwicklung bei Aristoteles, Thomas von Aquin und Rudolf Steiner“. Mein Focus hier liegt dabei auf dem Entwicklungsschritt, den Wolf-Ulrich Klünker als anstehend beschrieb: Die Öffnung der Individualpsychologie zum anderen Ich! Beziehung ist heute eigentlich nur da (auf der Ich-Ebene) real, wo die Menschen sich gegenseitig Entwicklungsräume eröffnen. Man könnte auch sagen, Ich ist nur da real, wo mir aus meiner Peripherie mein Ich ermöglicht wird/gegeben wird/begegnet. Ansonsten muss der innere subjektive Ich-Anteil mit der Zeit eigentlich sich auflösen, oder sich verhärten. Für eine solche Entwicklungssituation, wo sich Ich und Ich durchdringen, begegnen, braucht es aber die Präsenz des Ich: eine Anwesenheit des Ich. Interessant ist dabei für einen selbst immer auch eine gewisse Überprüfung, wann man eigentlich wo und wie d a sein kann? Wo kann ich nur teilweise anwesend sein, wo gar nicht, wo gibt es Beziehungen, in denen ich ganz da bin. Und wie kann es mir gelingen mehr da zu sein? Womit hängt das zusammen, dass man in bestimmten Beziehungen mehr ist als sonst (ohne dass das bedeutet, die ganze Zeit von sich zu reden)? Womit hängt es zusammen, dass man in bestimmten Verhältnissen sich weiter gedacht und erlebt fühlt, als in anderen Verhältnissen. Man könnte auch fragen, warum ist in solchen Begegnungen mehr Zukunft, mehr Möglichkeit von mir anwesend?

(mir wurde auch noch einmal klarer, warum unser Verein eigentlich Umkreis e.V. heißt – jeder Mensch braucht einen solchen Umkreis als Entwicklungsraum, und es ist jeweils ein ganz individueller, kein allgemeiner in dem man drin sein kann, sondern einer der immer wieder neu entsteht und sich entwickelt.)

Roland Wiese 6.3.2019

 

Geistselbst-Berührung des Ich

Das nächste Seminar der DELOS-Forschungsstelle mit dem Titel ‚Geistselbst-Berührung des Ich – Befreiung, Lösung und Erlösung‘ findet am Sa./So. 24/25.11.2018, Sa, 15 Uhr – So, 13 Uhr statt. Aus der Ankündigung:

„Imaginative Kräfte sind im Hintergrund  von Lebens-, Empfindungs- und Erkenntnisprozessen wirksam. Sie bilden eine indivdiuelle „Märchenschicht“, die wirklicher ist als die sogenannte Realität. In der Ich-Entwicklung kann heute eine Sensibilität für diese Wirkungen ausgebildet werden. Der neue Erlebnis- und Erkenntnisraum berührt sowohl die Sphäre des früheren Engels als auch elementare Lebensvorgänge.“

Seminar mit Wolf-Ulrich Klünker im Haus der DELOS-Forschungsstelle, Eichwalde (Berlin).

Begrenzte Platzzahl, Teilnahme nur mit Anmeldung

delos@t-online.de oder Tel 030/67803990

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Das Haus der DELOS-Forschungsstelle in Eichwalde

50 Jahre Turmalin Stiftung – ein Jubiläum mit Zukunft

Im Weihnachtsheft der Vierteljahresschrift ‚Anthroposophie‘ ist jetzt mein Bericht zum Jubiläum der Turmalin Stiftung erschienen. Aus diesem Anlass stelle ich diesen Beitrag noch einmal nach vorne. Außerdem ergänzt es den Bericht zum Delos-Seminar vom November 18.

3.12.2018

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Es war ein langer Weg von der Gründung der Turmalin-Stiftung 1968 durch Frida Lefringhausen in Bliestorf (bei Lübeck) bis ins Jahr 2018, zu einer ‚Jubiläumsfeier‘ der besonderen Art in Deggenhausen in den Räumen der Firma Sonett. Dieser Weg, das machte Monika Elbert in ihrem Beitrag zur Entwicklung der Turmalin-Stiftung in den letzten 50 Jahren deutlich, lässt sich nicht einfach linear von seinen Anfängen bis zu dem heutigen Tag denken. Die Anfänge: eine Sozialarbeiterin in Hamburg, die während des Krieges 3 Kinder bei sich aufnimmt; mit 6 Kindern zieht sie 1949 in ein ehemaliges Forsthaus in Bliestorf bei Lübeck um; Haus Arild, eine heilpädagogische Einrichtung, die in den 60er Jahren daraus erwachsen ist; die Turmalin-Stiftung, die das Immobilienvermögen der Einrichtung übernahm; die Beziehung von Frida Lefringhausen zur Anthroposophie und ihre Sehnsucht nach einer Art ‚Goetheanum des Nordens‘ in Bliestorf. Dieses Begehren war auch Ausdruck der Erkenntnis, dass eine wirkliche Heilpädagogik nur im Zusammenhang mit geistigen und künstlerischen Bemühungen gelingen kann, also in einem Milieu, das den ganzen Menschen in Entwicklung denkt. Und an diesem Punkt nähern sich Vergangenheit und Gegenwart schon etwas an. Auf der Suche nach geistiger Entwicklung war Frida Lefringhausen daran interessiert, Künstler und Geisteswissenschaftler für die innere und äußere Entwicklung nach Bliestorf zu holen. So fand sie auch Wolf-Ulrich Klünker, der dann ihr Nachfolger als Leiter der Turmalin-Stiftung wurde.

Wolf-Ulrich Klünker hat die Stiftungsarbeit stärker von der alltäglichen Arbeit der Einrichtung emanzipiert und die Forschungsarbeit an einer Weiterentwicklung der anthroposophischen Psychologie verstärkt. In den folgenden 25 Jahren konnten so die pädagogischen und heilpädagogischen Grundlagen erneuert werden, was sich in vielen Seminaren der Delos- Forschungsstelle für Psychologie und Veröffentlichungen dokumentiert hat.

Das wesentliche Thema des ‚Heilpädagogischen Kurses‘ von Rudolf Steiner (1924) ist ja die Bewegung eines Geistig-Seelischen, das sich mit einem Körper verbindet und diesen dann individualisiert, und die Probleme, die dabei entstehen können, wenn das Geistige-Seelische und die organische Entwicklung nicht zusammenpassen (was viele, sehr unterschiedliche Ursachen haben kann). Dieser Grundgedanke eines Geistig-Seelischen, das im Organismus wirkt und sich damit gleichzeitig eine Bewusstseinsgrundlage für das das Seelische schafft, das wir alltäglich als unser Erleben haben, dieser Grundgedanke wurde zum Ausgangspunkt für eine Psychologie, die sich nicht mit der Deutung des erlebenden Bewusstseins beschäftigt, sondern sich mit der Aktivierung der Erlebnisgrundlagen in die Entwicklungs-Zukunft dieses Bewusstseins wendet. Von hier aus ist es kein ganz so großer Sprung mehr, dieses sich selbst ergreifende und sich selbst entwickelnde Seelenleben nicht als reines Abbildgeschehen der äußeren Welt zu verstehen, sondern in ihm auch den Anfang der weiteren Entwicklung des äußeren Weltgeschehens zu sehen. Die Frage danach, wie ein solcher Übergang zu denken und zu realisieren ist, bildet den Hintergrund der gegenwärtigen Zusammenarbeit der Delos- Forschungsstelle mit der Firma Sonett und war deshalb Anlass, das Jubiläum, und damit die Frage nach der Zukunft der Turmalin-Stiftung, in den Räumen von Sonett und mit den dortigen Partnern stattfinden zu lassen. Eingeladen waren Mitarbeiter und Kinder aus ‚Haus Arild‘ und viele langjährige Weggefährten der Turmalin- Stiftung und der Delos- Forschungsstelle. Weiterlesen