Korrekturen

Manchmal sind auch Fehler interessant! In meinem Beitrag zur Albertus Übersetzung – ‚Die Einzigkeit des Intellektes‘ von Wolf-Ulrich Klünker sind zwei Fehler. Der eine besteht nur darin, dass der Erscheinungstermin auf Mai 2020 verschoben worden ist. Der zweite Fehler ist interessanter. Ich habe dort die Vignette des Titels ja als ein Bild von der Schale des Exekias identifiziert. Eine Darstellung einer bestimmten Dionysos Geschichte. Als ich letztens auf der Seite des Verlages war (Fromman-Holzboog) musste ich dann feststellen, dass diese Vignette bei allen Büchern erscheint, die noch keine eigene Titelgestaltung haben. Also das Buch wird eine ganze andere Gestaltung bekommen und der von mir geknüpfte Zusammenhang mit meiner eigenen Forschung zu Dionysos existiert nicht! (Es war ja kein inhaltlicher Zusammenhang – mehr ein Synchron-Erleben, mit kommt etwas von außen entgegen, was ich gerade von innen bewege).

Trotzdem hat dieser irrtümliche Zusammenhang eine Rückwirkung in meine eigene Forschung gehabt, weil er mich quasi über Bande mit diesen Dionysos Geschichten und seiner Darstellung in dieser Schale noch einmal vertieft verbunden hat. Einerseits also ein leicht peinliches Gefühl einer gewissen imaginativen Übertreibung im eigenen Denken und Schreiben; andererseits wieder eine positive Entwicklung der eigenen Forschung durch diese kurzschlüssige Übertreibung. Man kann daran gut sehen, dass eine eigenständige  Forschung und Entwicklung keine Frage von fake und fakt ist, sondern mehr eine der ständigen Gefahr der Übertreibung und der nötigen Selbstkorrektur. Die Wahrheit, die dann entsteht ist (für mich) interessanter, als die, die es ohne diesen Prozess gegeben hätte…

schale des exekias
Die Schale des Exekias (München, Staatliche Antikensammlung), Meerfahrt des Dionysos

Nichtsdestotrotz berichtet die Dionysos Geschichte von einem problematischen Denken einiger Menschen, das den Gott Dionysos für einen Menschen hält, den man benutzen kann, um sich zu bereichern. Also ein Wesen, das den Durchgang der Natur durch Tod und Verwandlung repräsentiert und realisiert, wird vordergründig als zu benutzender Mensch angesehen.  Das Göttliche wird nicht gesehen. Das hat für die so Denkenden und Handelnden fürchterliche Folgen. Dieses Wesen verwandelt sich dann in ein Ungeheuer! Ein Denken, das sich seiner lebensspendenden oder vernichtenden Wirkungen bewusst ist, wird angesichts der aktuellen menschlichen Lage immer wichtiger. Denn das Anschauen des Dionysos  urständet letztlich in einer entsprechenden Selbstanschauung, die die eigene Geistigkeit auch nicht bemerkt, sondern nur den irdisch-funktionellen Aspekt des eigenen Denkens ernst nimmt. (Dazu später mehr in einem Beitrag zum Menschenbild des ‚deus mortalis‘,  also der Selbstanschauung des Menschen als sterblicher Gott und der Wirkungen dieses Menschenbildes).

Roland Wiese 27.7.2019

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