Ich-Entwicklung begleiten 1

Unser erstes Arbeitstreffen war sehr intensiv! Das war sicherlich  dem intimen Rahmen geschuldet, aber auch den Teilnehmern, die aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern der sozialen Arbeit kamen. So konnten wir einerseits miteinander besprechen, welchen Unterschied es macht, wenn man mit dem Blick auf die Ich-Entwicklung auf eine Situation schaut, oder mit dem Blick, der in der gewöhnlichen Sozialarbeit üblich und gefragt ist. Die Fragehaltung macht es aus, in welche Wirklichkeit ich mit dem anderen Menschen hineinkommen kann. Smarte Ziele aus der Hilfeplanung sind etwas anderes als Ich-Entwicklung! Im zweiten Block ging es um das Bild des Ich, das im Organismus und in der Gestalt, aber auch in seinem Leben, wie verzaubert, untergetaucht wirksam ist. Der Mensch ist so gesehen erst einmal ein Bild von sich selbst, und in dieses Bild gehören alle Elemente mit hinein und gehören zum Ich dazu. Diese Perspektive führte zu neuen Fragen, was das für bestimmte Schicksalssituationen bedeuten würde. Daraus ergab sich ein intensives Gespräch zu bestimmten Formen von Behinderung und der Umgang der Menschen mit diesen Formen. Die Veranstaltung war so, wie von uns angestrebt, ein intensives miteinander Forschen an der Ich-Frage. Dabei konnten Elemente der ersten drei Seminare aus dem Frühjahr  im Gespräch aufgegriffen und vertieft werden. Vielen Dank!

Roland Wiese 9.11.2018

Neo Rauch

Auf arte war letztens ein Portrait des Leipziger Malers Neo Rauch zu sehen. (In der Mediathek noch zu sehen). Ohne dieses Portrait hätte ich mich wahrscheinlich nicht näher mit diesem Maler und seinen Bildern beschäftigt. Manchmal kann der Zugang zu etwas Neuem oder Fremden über die Bilder gehen, manchmal aber auch über die Person. In diesem Fall war es für mich die Person, weil mich die Bilder so gar nicht ansprechen. Ich hätte überhaupt keinen Zugang zu den Bildern bekommen, ohne diesen Film. Weder mag ich die Figuren, noch die Farben, noch die Kompositionen auf Anhieb. Das Erleben des Menschen, der diese Bilder malt, das ermöglicht der Film – gibt mir die Möglichkeit die Bilder anders anzuschauen, wie durch die Wirklichkeit des Ich des Malers hindurch, also nicht mit meinen vorhanden Empfindungen und ästhetischen Vorlieben. Das hängt auch damit zusammen, dass bei diesem Maler die Bilder direkt aus dieser Ich-Schicht heraus entstehen, und weiter begleitet werden. Dies betrifft sowohl die farbige Stimmung der Bilder, wie auch die Figuren (die ihn noch nachts verfolgen), aber auch die gesamte Komposition, die eine ganz eigenen Bildlogik gehorcht. Diese Bildlogik und auch die Art der Farbigkeit (Kunstkritiker sprechen von opaker Farbigkeit) haben eine Art Traumcharakteristik. Die Bilder sprechen durch diese Art natürlich die Phantasie der Betrachter an und bringen sie in diese mehr imaginative Stimmung. So wirkt es sehr skurril und intim zugleich, wenn man sieht, in welche Räume die Sammler seiner Bilder, diese hängen. Aber sie beschreiben sehr deutlich, dass die Bilder ihnen diese Räume ergänzen, entweder durch die Farbstimmung, oder durch die erweiterte Räumlichkeit, die das Bild in den Raum hinein schafft. Es geht also um Übergänge an den Grenzen der irdischen Räumlichkeit in die Farb- und Figur Räumlichkeit des Traumes, des Jenseits, einer imaginativen Wirklichkeit, die auch auseinanderliegende Zeiträume überspannt. Dabei scheint eine Art Grundstimmung immer wieder die Bilder zu durchdringen und zu tönen: Eine Lichtfarbstimmung, die ich mit den 50er und 60er Jahren verbinde. Wenn man dann noch aus dem Film erfährt, dass die Eltern des Malers bei einem Zugunglück ums Leben gekommen sind, im Alter von 19 und 21 Jahren, als er selbst erst einige Wochen alt war, und dass der Vater auch gemalt hat, dann kann man doch ansatzweise nachvollziehen aus welcher Wirklichkeitsschicht heraus der Maler malt. Auch die tiefe Ernsthaftigkeit, Kontinuität und Konsequenz Neo Rauchs verstärkt diesen Eindruck.  Diese Kraft hat sich sogar durch das Medium Fernsehen vermittelt und mir einen tiefen Eindruck von Mensch und Werk gegeben, der noch anhält. (Deshalb dieser Beitrag – als Fortsetzung dieser Wirkung)

Roland Wiese 23.10.2018

 

 

 

Geisteswissenschaft – eine spirituelle Wissenschaft

6.10.2018

Gestern nacht bekam ich einen link geschickt zu einem Radiogespräch von  radio evolve zwischen Tom Steininger und Wolf-Ulrich Klünker. radio evolve gehört wohl zu einer Zeitschrift evolve magazin. Beides war mir bisher nicht bekannt. Dazu gehört wohl auch die Seite ermerge-bewusstseinskultur.

Wissenschaft ist seit Aristoteles als eine bestimmte Form der Erkenntnistätigkeit beschrieben, die vom Ich ausgeht, aber gleichzeitig dieses Ich erst schafft. In dem Radiogespräch von Tom Steininger und Wolf-Ulrich Klünker wird dieses Motiv eindrücklich und doch gut verstehbar bewegt. (Am Wochenende haben wir dieses Thema intensiv am Küchentisch diskutiert – insofern ist das Radiogespräch  wie eine objektive Fortsetzung  der eigenen Bemühung).

Auf der Seite von emerge-bewusstseinskultur habe ich eine interessante Veranstaltung von Tom Steininger gefunden:

Ein neues Zuhause für das Ich?

Die unerkannte Dimension der Wir-Arbeit

mit Thomas Steininger

03. November, 10.00 – 16.00 Uhr, im ZIL- Zentrum Integrales Leben, Kiel

Wir leben in ganz unterschiedlichen Wir-Feldern – in der Familie, mit Kollegen oder Menschen, denen wir zufällig begegnen. Diese Felder haben unterschiedliche Atmosphären, Geschichten und Zusammenhänge. Um ein Wir-Feld in seiner Lebendigkeit wahrzunehmen, braucht es so etwas wie ein „Wahrnehmungsorgan“ für ein Bewusstseinsfeld. Denn unser Bewusstsein ist insbesondere ein lebendiges Feld bewusster und unbewusster menschlicher Beziehungen.

Hier nun das Radiogespräch:

Thomas Steininger mit Prof. Wolf-Ulrich Klünker im Gespräch
.
Wenn wir heute von einem Dialog zwischen Spiritualität und Wissenschaft sprechen, meinen wir meist einen Dialog mit dem vorherrschenden naturwissenschaftlichen Denken. Vielleicht braucht es für diesen aber auch ein anderes Verständnis darüber, was Wissenschaft außer Naturwissenschaft noch sein kann. Kein unkritisches Wunschdenken wie es im New Age oft gepflegt wird und auch kein dogmatisch metaphysisches Denken wie wir es oft in den traditionellen Religionen
vorfinden. Gibt es ein anderes, geisteswissenschaftliches Verständnis einer modernen Wissenschaft?
Prof. Wolf-Ulrich Klünker, Professor für Philosophie und Erkenntnisgrundlagen der Anthroposophie an der Alanus Hochschule bei Bonn, denkt ja, das gibt es.
Radio evolve spricht mit ihm diese Woche über die Möglichkeit einer spirituellen Wissenschaft.

 

Vom wirklichen Ich zum wirksamen Ich

Der Beitrag zum wirklichen Ich (angeregt von einem Karl Ballmer Zitat) hat zwei Kommentatoren zu einer interessanten Diskussion gebracht. Meine Fragestellung ist aber eine andere:

Für mich ist es interessanter als zu klären, was Karl Ballmer damals gemeint haben könnte, oder wer er ist, wie es mit dem Ich weitergegangen ist, bzw. weitergeht!
Ich gebe ja zu, dass der Satz für mich nur ein Anreger war, selbst weiterzudenken, und ich ihn damit in die Gegenwart geholt habe. Eigentlich müsste man aber heute, und das wäre jetzt der Kern meiner Fragestellung, nicht nur vom wirklichen Ich sprechen, sondern, und das macht auch das wirkliche Ich verständlicher, vom wirksamen Ich. Wir haben gerade heute hier eine Veranstaltung gehabt, wo es um diese Frage ging, wie die Wirksamkeit der eigenen Empfindungen eigentlich zu denken ist. Die Wirksamkeit des Ich über sein Empfinden der Natur in die Natur, über sein Empfinden in den Organismus und schließlich über die Empfindung im Zwischenmenschlichen auch in die soziale Wirklichkeit hinein. Natürlich mit einer Empfindung, die sich am Denken oder aus dem Denken gebildet hat.  Mich interessiert also der Weltbezug des wirksamen Ich!  Wolf-Ulrich Klünker kennzeichnet das so wirksame Ich als einen Ort oder ein Organ, durch den oder das erst eine individuelle ‚michaelische‘ Wirksamkeit ermöglicht wird…

(Quelle: Die Empfindung des Schicksals, Wolf-Ulrich Klünker, das Kapitel: Das Gefühl differenziert sich.)

 

29.9.2018

 

Geistselbst-Berührung des Ich

Das nächste Seminar der DELOS-Forschungsstelle mit dem Titel ‚Geistselbst-Berührung des Ich – Befreiung, Lösung und Erlösung‘ findet am Sa./So. 24/25.11.2018, Sa, 15 Uhr – So, 13 Uhr statt. Aus der Ankündigung:

„Imaginative Kräfte sind im Hintergrund  von Lebens-, Empfindungs- und Erkenntnisprozessen wirksam. Sie bilden eine indivdiuelle „Märchenschicht“, die wirklicher ist als die sogenannte Realität. In der Ich-Entwicklung kann heute eine Sensibilität für diese Wirkungen ausgebildet werden. Der neue Erlebnis- und Erkenntnisraum berührt sowohl die Sphäre des früheren Engels als auch elementare Lebensvorgänge.“

Seminar mit Wolf-Ulrich Klünker im Haus der DELOS-Forschungsstelle, Eichwalde (Berlin).

Begrenzte Platzzahl, Teilnahme nur mit Anmeldung

delos@t-online.de oder Tel 030/67803990

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Das Haus der DELOS-Forschungsstelle in Eichwalde

50 Jahre Turmalin Stiftung – ein Jubiläum mit Zukunft

Im Weihnachtsheft der Vierteljahresschrift ‚Anthroposophie‘ ist jetzt mein Bericht zum Jubiläum der Turmalin Stiftung erschienen. Aus diesem Anlass stelle ich diesen Beitrag noch einmal nach vorne. Außerdem ergänzt es den Bericht zum Delos-Seminar vom November 18.

3.12.2018

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Es war ein langer Weg von der Gründung der Turmalin-Stiftung 1968 durch Frida Lefringhausen in Bliestorf (bei Lübeck) bis ins Jahr 2018, zu einer ‚Jubiläumsfeier‘ der besonderen Art in Deggenhausen in den Räumen der Firma Sonett. Dieser Weg, das machte Monika Elbert in ihrem Beitrag zur Entwicklung der Turmalin-Stiftung in den letzten 50 Jahren deutlich, lässt sich nicht einfach linear von seinen Anfängen bis zu dem heutigen Tag denken. Die Anfänge: eine Sozialarbeiterin in Hamburg, die während des Krieges 3 Kinder bei sich aufnimmt; mit 6 Kindern zieht sie 1949 in ein ehemaliges Forsthaus in Bliestorf bei Lübeck um; Haus Arild, eine heilpädagogische Einrichtung, die in den 60er Jahren daraus erwachsen ist; die Turmalin-Stiftung, die das Immobilienvermögen der Einrichtung übernahm; die Beziehung von Frida Lefringhausen zur Anthroposophie und ihre Sehnsucht nach einer Art ‚Goetheanum des Nordens‘ in Bliestorf. Dieses Begehren war auch Ausdruck der Erkenntnis, dass eine wirkliche Heilpädagogik nur im Zusammenhang mit geistigen und künstlerischen Bemühungen gelingen kann, also in einem Milieu, das den ganzen Menschen in Entwicklung denkt. Und an diesem Punkt nähern sich Vergangenheit und Gegenwart schon etwas an. Auf der Suche nach geistiger Entwicklung war Frida Lefringhausen daran interessiert, Künstler und Geisteswissenschaftler für die innere und äußere Entwicklung nach Bliestorf zu holen. So fand sie auch Wolf-Ulrich Klünker, der dann ihr Nachfolger als Leiter der Turmalin-Stiftung wurde.

Wolf-Ulrich Klünker hat die Stiftungsarbeit stärker von der alltäglichen Arbeit der Einrichtung emanzipiert und die Forschungsarbeit an einer Weiterentwicklung der anthroposophischen Psychologie verstärkt. In den folgenden 25 Jahren konnten so die pädagogischen und heilpädagogischen Grundlagen erneuert werden, was sich in vielen Seminaren der Delos- Forschungsstelle für Psychologie und Veröffentlichungen dokumentiert hat.

Das wesentliche Thema des ‚Heilpädagogischen Kurses‘ von Rudolf Steiner (1924) ist ja die Bewegung eines Geistig-Seelischen, das sich mit einem Körper verbindet und diesen dann individualisiert, und die Probleme, die dabei entstehen können, wenn das Geistige-Seelische und die organische Entwicklung nicht zusammenpassen (was viele, sehr unterschiedliche Ursachen haben kann). Dieser Grundgedanke eines Geistig-Seelischen, das im Organismus wirkt und sich damit gleichzeitig eine Bewusstseinsgrundlage für das das Seelische schafft, das wir alltäglich als unser Erleben haben, dieser Grundgedanke wurde zum Ausgangspunkt für eine Psychologie, die sich nicht mit der Deutung des erlebenden Bewusstseins beschäftigt, sondern sich mit der Aktivierung der Erlebnisgrundlagen in die Entwicklungs-Zukunft dieses Bewusstseins wendet. Von hier aus ist es kein ganz so großer Sprung mehr, dieses sich selbst ergreifende und sich selbst entwickelnde Seelenleben nicht als reines Abbildgeschehen der äußeren Welt zu verstehen, sondern in ihm auch den Anfang der weiteren Entwicklung des äußeren Weltgeschehens zu sehen. Die Frage danach, wie ein solcher Übergang zu denken und zu realisieren ist, bildet den Hintergrund der gegenwärtigen Zusammenarbeit der Delos- Forschungsstelle mit der Firma Sonett und war deshalb Anlass, das Jubiläum, und damit die Frage nach der Zukunft der Turmalin-Stiftung, in den Räumen von Sonett und mit den dortigen Partnern stattfinden zu lassen. Eingeladen waren Mitarbeiter und Kinder aus ‚Haus Arild‘ und viele langjährige Weggefährten der Turmalin- Stiftung und der Delos- Forschungsstelle. Weiterlesen

Das Wirkliche Ich – heute

Wenn Karl Ballmer 1925 vom ‚Wirklichen Ich‘ als ‚Wer des Erkennens‘ schreibt, knüpft er an Rudolf Steiners Satz aus ‚Wahrheit und Wissenschaft‘ an:“ Das Ich setzt das Erkennen.“ Heute kann man diese Ich-Sätze und Setzungen weiter verfolgen. Heute kann man fragen: Wer ist das Erkennen? aber auch Wer ist das Leben? und wie verhalten sich beide zueinander? Und man kann anknüpfend an W. U. Klünker ( Die Empfindung des  Schicksals 2011) fragen: Wer war das Leben, vor dem Leben? Denn das Ich setzt das Leben! Und wer war das Erkennen vor dem jetzigen Erkennen? Denn das Ich setzt das Erkennen? Und welche Ich-Entwicklungsspannung besteht zwischen dem Ich des Erkennens und dem Ich des Lebens?

Welche Folgen hätte eine solche Betrachtungsweise für Therapie und Sozialarbeit?

27.8.2018

Das Wirkliche Ich

In dem Katalog ‚Karl Ballmer Kopf & Herz‘, der anlässlich einer großen Aussstellung des Malers Karl Ballmer (1891-1958) 2016 erschienen ist findet sich ein schöner Beitrag von Ulrich Kaiser: ‚Ballmers ursprüngliche Einsicht‘. In diesem Beitrag habe ich eine interessante Stelle zum Ich gefunden. Karl Ballmer schreibt an seinen Freund Friedrich Widmer:  „Ein <allgemeines Ich> ist Begriff, denn ein Begriff ist ja stets ein <Allgemeines>. Das Wirkliche Ich ist aber nicht im Sinne eines Allgemeinen, sondern ist Individualität, Einzigmaligkeit. Bedeutet <Wissenschaft> das System der Begriffe, die von einem obersten Begriff (etwa  <Gott>) zusammengefasst werden, so bedeutet das historische Auftreten des wirklichen Ich für die Wissenschaft die Notwendigkeit, das System der Begriffe zu verwandeln in ein System der Iche.Also wenn z.B. bislang der Baum erkannt war, wenn der <Begriff> des Baumes festgestellt ist, so wäre jetzt nur fortan zu fragen: in wiefern ist der Baum Ich. Oder wenn bislang die erkenntnistheoretische Grundfrage lauten dürfte:<Was ist das Erkennen?>, so hätte auf dem Boden der neuen Tatsachen zu lauten:<Wer ist das Erkennen?>“ (S. 136)

Roland Wiese 27.8.2018

 

Der Tastsinn im Ich, und das Ich im Tastsinn

Teil 8

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Eine ähnliche Perspektive auf die Beziehung zwischen irdischem Leben und nachtodlichen Leben wie Albertus im Mittelalter hat Rudolf Steiner (wie oben schon angesprochen) im sogenannten Heilpädagogischen Kurs entwickelt: „Sie gehen durch die Welt. Jetzt glauben   Sie, wenn Sie so durch die Welt gehen, zum Beispiel einen Tag, jetzt meinen Sie, das ist etwas Geringeres: Es ist auch etwas Geringes für das gewöhnliche Bewusstsein, es ist aber nicht Geringes für dasjenige, was im gewöhnlichen Bewusstsein das Unterbewusstsein bildet. Denn wenn Sie nur einen Tag durch die Welt gehen und sie genauer anschauen, so ist das schon die Vorbedingung für die Erkenntnis des Inneren des Menschen. Außenwelt im Erdenleben ist geistige Innenwelt im außerirdischen Leben.“ (HPK S.21) Das genaue Anschauen der Welt ist Vorbedingung für die Erkenntnis des Inneren des Menschen, und die Erkenntnis des Inneren des Menschen ist Vorbedingung für den Aufbau einer neuen Leiblichkeit. Die Perspektive von Albertus wird hier konsequent weitergedacht im Sinne des ‚anima forma corporis‘. Die irdische Seele bereitet die nachtodliche Erkenntnis vor, die nachtodliche Erkenntnis des menschlichen Inneren (im geistigen Äußeren) wird zu der Seele, die dann als formende Kraft den Körper belebt und beseelt. Weiterlesen